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Die Geschichten um Yogi Bär gehören zu den ältesten Trickfilmproduktionen der Hanna-Barbera Cartoons, die bereits Anfang der Sechziger regelmäßig auf Sendung gingen.
Im Zuge der angesagten 3D-Animation ist der gemütliche Bär ein weiteres Opfer moderner Technik geworden, mit einer zwar sehr kindgerechten Geschichte, aber einigen spaßigen Turbulenzen.

Mit dem Klau von Picknick-Körben könnte es für Yogi und seinen Freund Boo Boo bald vorbei sein, denn der Bürgermeister plant den Jellystone Park zu verscherbeln. Doch der hat die Rechnung ohne die Bären, Ranger Smith und einer äußerst seltenen Froschmaulschildkröte gemacht…

Wer mehr als kindgerechte Unterhaltung erwartet, ist da eher fehl am Platze, denn bereits die Einstiegssequenz verdeutlicht das schlichte Gemüt in Sachen Humor, als der Mechanismus zum Klau der Picknickkörbe selbstverständlich nach hinten losgeht.
Einfacher Slapstick, leichtfüßige Situationskomik und einige Running Gags wie ein widerspenstiger Fensterheber oder der uralte Witz mit dem bereits eingeschalteten Mikrophon dürften die eher weniger anspruchsvollen Betrachter erheitern.
Dennoch zünden einige Späße und vor allem lebt der Stoff von seiner unbeirrten Naivität, eine alberne Schwarzweiß-Geschichte im Kern völlig ernst vorzutragen und dabei gar ein wenig Öko-Kritik unterzubringen.

Die Animation der Bären, insbesondere der Mimik ist recht gelungen, obgleich man im Zusammenspiel mit den realen Darstellern Abstriche machen muss. Auch wurde in einigen Szenen die veraltete Bluescreen-Technik verwendet, was einen leicht schalen Beigeschmack mit sich bringt.
Es gibt jedoch auch kleine Höhepunkte zu vermelden, wie eine Flussfahrt durch Stromschnellen oder der Flug mit Yogis konstruierter Flugmaschine. Besonders witzig sind einige Gesichtsausdrücke der Schildkröte, kurz bevor sie ihre Froschzunge ausfährt, als auch die Körperhaltung von Yogi in bestimmten emotionalen Extremsituationen.

Dagegen kommen die realen Darsteller kaum an, besonders Anna Faris überzeugt diesmal nicht mit sprudelndem Charme, sondern wirkt eher wie hölzernes Beiwerk, damit der Ranger sein Love Interest im Visier hat, wobei auch ihr angestrebtes Filmprojekt ein Opfer des zum Teil unausgegorenen Skripts darstellt.
Die übrigen Mimen neigen eher zum Overacting und irgendwie fügt sich das recht gut ins Gesamtbild ein.

Für Kinder bietet der tollpatschige Bär zumindest eine tolle Identifikationsfigur, eine nachvollziehbare Geschichte und aberwitzig flotte Action mit viel Witz.
Die Erwachsenen müssen ihre Erwartungen hingegen mächtig zurückschrauben und mit einer simplen und vorhersehbaren Geschichte Vorlieb nehmen, deren Tiefe und Anspruch wahrscheinlich in den Weiten des Jellystone Parks verloren gegangen sind, - ein passables Tempo, einige süße Gags und eine recht kurze Laufzeit von 72 Minuten kaschieren allerdings diverse Schwächen…
5,5 von 10

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