"Tag und Nacht" – Studium und Eskort-Service
Dieser österreichische Beitrag passt genau in die Riege der ähnlich gelagerten Beiträge von Ulrich Seidl („Hundstage“) und Götz Spielmann („Antares“) … und ist dabei doch irgendwie ganz anders.
Sabine Derflinger behandelt das Thema „Gelegenheits-Prostitution“ aus der Sicht zweier Freundinnen, die sich sowohl aus finanziellen Gründen als auch aus Abenteuerlust bei einem Escort-Service als Call-Girls vermitteln lassen.
Was die beiden dabei erleben, die Kunden, die Sonderwünsche, die Auswirkungen auf das Alltagsleben, Freunde und Beziehungen schneidet die Regisseurin in knapp anderthalb Stunden an ohne letztendlich eine zusammenhängende Geschichte zu erzählen.
Die Erlebnisse der beiden Protagonistinnen wirken wie ein dokumentarischer Ausschnitt aus dem Leben zweier junger Frauen, ohne groß auf die Charaktere einzugehen. Weder die dünne Story, noch die (bisweilen improvisiert scheinenden) Dialoge, bringen dem Zuschauer neue Erkenntnisse über ein Gewerbe, dass zu den ältesten der Menschheit gehört und schon immer für verschiedenste Beiträge auf der großen Leinwand gut ist.
Derflinger’s halbdokumentarischer Erzählstil verleiht dem Ganzen dabei zwar eine gewisse Authentizität, wirkt dabei aber bisweilen altbacken und konstruiert.
Anna Rot und Magdalena Kronschläger blühen dagegen in ihren Rollen auf, überzeugen mit freizügigem natürlichem Schauspiel und sorgen für die ein oder andere Szene, die dem Zuschauer unter die Haut geht. Insgesamt aber leider zu wenig, um den Zuschauer über 90 Minuten zu erreichen und als Gesamtwerk letztendlich unbedeutend - da helfen auch die zahlreichen eingebauten Hardcore-Sequenzen wenig, die zusammenhanglos eingeschnitten werden bzw. im Hintergrund ablaufen.
Schade um die guten Ansätze…
(6 / 10)