Die Konstellation gescheiterter wissenschaftlicher Experimente ist eine der ältesten und bewährtesten Vorlagen für Horrorfilme. Diesem Umstand bedient sich auch BLOODWORK ganz geschickt. Auch wenn die genauen Regeln der dort vorgestellten Experimente an den Haaren herbeigezogen scheinen und hier und da der lustige Trashvogel deutlich um die Ecke schaut, kann das B-Filmchen durch eine durchgängig dichte Dramaturgie, stete Abwechslung in der Handlung, angemessenen Effekten und Darsteller durchaus für Kurzweiligkeit sorgen. Dabei ist auch die FSK 18 (uncut) durchaus angemessen wenn hier und da ein wenig das rote Groovy fließt oder auch diverse Ekelgrenzen der Zuschauer erfolgreich getestet werden.
Die Geschichte in einem Satz ohne etwas zu verraten: Die primär testosteron-gesteuerten Freunde Rob und Greg nehmen an einem medizinischen Test für ein Medikament teil. Ein Schelm wer in diesem Filmgenre denkt, dass hier alles in ruhigen Bahnen bleibt und sehr schnell merkt Greg, dass hier etwas ganz gehörig schief läuft….Atmosphärisch versucht BLOODWORK mit bewährten Mitteln wie langsam dunkler werdender Flure, plötzlicher zum Aufschrecken geeigneter Licht- und Soundeffekte sowie eingeblendeten Bildtafeln in Form der gesteigerten Dosis des Medikaments für Suspense zu sorgen was auch gar nicht so selten gelingt.
Zwar erreicht dies nicht das Bodyhorror-Niveau eines David Cronenberg, aber BLOODWORK versucht schon geschickt relativ lange die genauen Auswirkungen des Grauens unter einem Schleier zu halten. Verändern sich die Probanten selbst oder gibt es irgendwelche Untiere die sich umher schleichen? Das ein oder andere Tierchen wird schon vorgefunden und wer stolpert schon gern über Würmer in seinen Spaghetti? Netterweise wird die ein oder andere blutige Szene mit kleinen freizügigen Liebesepisoden zwischen den Probanten verknüpft und somit werden allerlei Sinne des Zuschauers angesprochen.
Auch dies gehört zu den klassischen Zutaten eines unterhaltsamen B-Horrorfilms. Natürlich geht es auch in BLOODWORK nicht ohne das berühmte und klassisch-schräge Fehlverhalten einiger Probanten die nichts Besseres zu tun haben, als infizierten Tierchen in die blutigen Wunden zu fassen. Aber dies gehört einfach zu guten B-Filmchen dazu, genau wie fein dosiertes Overacting und ein paar gelungene und handwerklich recht hochwertige Ekeleffekte. Die dazu nötigen CGIs sind zwar deutlich als solche erkennbar, aber sind für das B-Niveau absolut in Ordnung wenn man nicht mit überzogenen Erwartungen an BLOODWORK herangeht. Auch das Finale gibt noch mal richtig Gas und rundet das kurzweilige Filmerlebnis ab.
Der Film belohnt das Durchhalten des geneigten Zuschauers auch brav mit einer ganzen Ekelpalette von Effekten die in den rund 98 Minuten nicht wirklich Langweile aufkommen lassen. Regisseur Eric Wostenberg hat bislang nur den relativ unbekannten, aber als erstaunlich gutes Debüt bekannten postapokalyptischen Vampirstreifen SACRIFICE abgeliefert und hat sich mit BLOODWORK auch nicht blamiert. Trashig ist zwar neben manchem der genannten Aspekte auch ein wenig die deutsche Synchronisation, aber grundsätzlich ist sie erträglich. Auch der mittlerweile zur kleinen Trashfilm-Ikone mutierte Eric Roberts ist dabei und darf auch am Ende ein wenig seinen unnötigen Senf abgeben….für eine einmalige Leihe unter flexiblen Infiziertenfilm-Horrorfreunden ist BLOODWORK empfehlenswert!
5,5/10 weißen Häschen....äh,....Punkten