Ein großartiger Jesusfilm, der mit einfachen aber sehr wirkungsvollen Mitteln das Leben Jesu schildert.
Dabei legt Pier Paolo Pasolini seinen Fokus insbesondere auf die Botschaft des Mannes aus Nazareth. Gegenüber der Passionsgeschichte bekommt also die Phase seines Wirkens in Galiäa ein besonderes Gewicht. Immer wieder zeigt die Kamera den Darsteller des Jesus, Enrique Irazoqui, in Großaufnahme, wie dieser seine Predigten an das Volk hält. So vertraut hier der Regisseur nicht nur der Mimik seines Hauptdarstellers, sondern vor allem der Macht der Worte, die ihre Brisanz auch nach gut 2000 Jahren nicht verloren haben. Pier Paolo Pasolini zeigt einen kämpferischen Jesus, der sich mit den ungerechten Verhältnissen seiner Zeit nicht arrangiert, sondern für Veränderung eintritt im Hier und Jetzt und nicht erst im Jenseits. Immer wieder lässt Paolini die Wirkung der Worte sich in den Gesichtern der Umstehenden widerspiegeln. Es ist kaum glaubbar, dass es sich dabei fast ausschließlich um Laiendarsteller handelt, denn sie machen ihre Sache mehr als nur gut - vielleicht ist es aber auch diese Prise an unverfälschtem Naturalismus, die dem Film ein hohes Maß an Authentzität verleiht. Das Spiel der Schauspieler und die Regiearbeit kommen nahezu ohne jegliches Pathos aus im Vertrauen auf die Macht der Worte.
Passion und Auferstehung werden am Ende relativ kurz und unblutig geschildert, wie schon gesagt soll hier die Botschaft des Nazareners im Mittelpunkt stehen. Als Kommunist und bekennender Atheist ist Pasolini zudem über den Verdacht erhaben, einen tendenziösen und missionarischen Film gemacht zu haben.