"Du bist Professor, doch obwohl Du soviel weißt, weißt Du nichts!" erfährt Isak in einer seiner Visionen, während ihm buchstäblich der Spiegel vorgehalten wird. Denn in seinem langen, scheinbar erfüllten Leben hat er sich von den Menschen, auch seiner Familie, entfremdet und so sich selbst um sein Glück betrogen. Gerade noch rechtzeitig kann er sein Verhalten ändern und doch noch tiefe Zufriedenheit finden. Das Drehbuch mit diesem schönen, wie hoffnungsvollen Ende hat Ingmar Bergman nach einer Reise nach Uppsala geschrieben, die in ihm Jugenderinnerungen auslöste. Das Gegenstück zum alten Professor sind die drei Anhalter, die sie mitnehmen, welche über den Sinn des Daseins diskutierend auf dem Weg nach Italien oder einfach nur ins Leben sind. Hier brilliert eine junge Bibi Andersson mit überschäumender Herzlichkeit, während der Professor vom renomierten schwedischen Regisseur Victor Sjöström ergreifend dargestellt wird. Es sollte Sjöströms letzter Film werden... Bergmans Plädoyer gegen Egoismus und Hartherzigkeit erhielt bei der Berlinale 1958 den Goldenen Bären, fand allerdings erst 1961 einen deutschen Verleih. (9,5/10)