Wenn man jung ist macht man Fehler, doch manche Fehler können einen das ganze Leben versauen. Drogen sind solch eine Sache, die einem das komplette Leben versauen können. "Jim Carroll - In den Strassen von New York" zeigt mit aller Deutlichkeit, das diese Thematik auf keinem Fall auf die leichte Schulter genommen werden darf. Am Anfang ist es scheinbar nur purer Fun am Verboten, doch schnell wird es zur Hölle auf Erden.
Jim Carroll (Leonardo DiCaprio) ist ein ganz normaler Teenager in einem ärmeren Viertel in Big Apple. Er mag Basketball, was er auch recht erfolgreich an seiner Schule spielt und schreibt in seiner Freizeit ist er ab und an literarisch beschäftigt. Als sein bester Kumpel seine Leukämiekrankheit nicht besiegen kann und stirbt, ist Jim zum ersten Mal fast am Ende. Als er dann nach einiger Zeit mit Drogen in Kontakt kommt, beginnt sein Abstieg. Mehr und mehr ergreifen sie Besitz von ihm, auch als er damit seine Basketballkarriere versaut hört er nicht auf sondern komsumiert sie weiter. Als er ganz unten ist, bekommt er Hilfe von einem Schwarzen, der das gleiche schon durchgemacht hatte. Doch der Weg raus ist der reinste Höllentrip und die Versuchung rückfällig zu werden hängt wie das Schwert Damokles über ihm....
Leonardo DiCaprio spielt hier seine wahrscheinlich glaubwürdigste und beste Rolle, er schafft es die Situationen die Jim durchmachen muss erstaunlich echt wirken zu lassen. Vor allem der kalte Entzug den er gezwungenermaßen durchmachen muss, wird von ihm superb dargeboten. Auch die anderen Schauspieler spielen ihre Rollen überzeugend, wenn auch keiner von ihnen an Leo´s Performance herranreichen kann.
Hier wird drastisch gezeigt welche Auswirkungen Drogenkonsum auf jemanden haben kann. Nicht nur ist man alleine hilflos, übehaupt wieder clean zu werden, man versaut sich auch jegliche Perspektiven, die man im Leben noch hat. Jim hat durch den Konsum nicht nur seine Karriere im Basketball vorzeitig versaut, er hat sich auch mit seiner Mutter verkracht und ist nun ohne Dach über Kopf. Somit muss er auf der Strasse, in dreckigen Löchern überleben und mit Diebstahl Geld beschaffen um neuen Stoff zu besorgen. In "Jim Carroll" wird das ganze Ausmaß das Drogen auf einen Jugendlichen haben können sehr realistisch und drastisch dargestellt, lediglich die AIDS-Thematik wird außen vor gelassen, was aber daran liegt das der echte Jim Carroll damit zu seinem Glück kein Kontakt hatte. Auch der kalte Entzug, den Jim ja zu seinem Glück durchmachen musste, ist extrem hart und zehrt vollkommen an einem, da das Heroin ja die körpereigenen Stoffe ersetzt und somit der Süchtige extremes Verlangen verspürt und die Hölle durchmacht wenn er nichts hat.
Was Jim Carroll durchgemacht hat, möchte man niemals erleben. Es wird deutlich die unschöne und sehr harte Realität eines Drogenkranken dargestellt, wie er in das Millieu hineingerät und wie schwer der Weg wieder heraus ist, was den Film besonders sehenswert macht.
9 von 10 Punkten.