Der ursprünglich für Spezialeffekte verantwortliche Brian Metcalf versucht sich hier als Autor und Regisseur und konnte für sein Projekt immerhin Urgestein Brad Dourif gewinnen.
Doch seiner etwas merkwürdigen Melange aus Fantasy und Horror fehlt in entscheidenden Momenten das Feingefühl für Drive und der entsprechenden Dramaturgie.
Sarah trägt an diesem Abend erstmals das merkwürdige Amulett ihres Onkels Michael, der vor vierzehn Jahren verstarb. Auf der Straße trifft sie eine Freundin und kurz darauf sind sie von wilden Kreaturen, augenlosen Zombies umgeben. Zu gleicher Zeit erscheint Jacob mit einem Schwert und rettet Sarah, - vorerst, denn der schwarzmagische Totenbeschwörer Mathias (Dourif) schickt bereits weitere Dämonen aus, Sarah in seine Gewalt zu bringen…
Tendenziell führen zwei oder drei Erzählebenen zu mehr Abwechslung, doch in diesem Fall harmonieren die wesentlichen Stränge überhaupt nicht miteinander. Eingestreut werden Flashbacks von Autor Michael, der das alte Herrenhaus bezieht, das Zauberbuch auf dem Dachboden findet und bald nichts anderes mehr im Kopf hat, um schließlich selbst Zaubersprüche zu praktizieren.
Die aktuelle Handlung ist hingegen von Action dominiert, denn während Stiefmutter und kleine Schwester mit Verbarrikadieren des Hauses beschäftigt sind, befinden sich Sarah und Jacob pausenlos auf der Flucht.
Leider finden sich nur vage Figurenzeichnungen: Sarah kabbelt sich mit ihrer Stiefmutter und trägt ansonsten nur passiv zur Handlung bei. Auch von Jacob erfährt man nicht viel, - weder, woher er das leicht magisch anmutende Schwert hat, noch, was genau seine Funktion ist und zu welchem Zwecke er sein Leben für die ihm unbekannte Sarah riskiert.
Letztlich bleibt auch der Bösewicht eine Schablone des üblichen Weltherrschaft-an-sich-Reißers, der mit einigen abgedroschenen Parolen um sich wirft und ansonsten so ziemlich jedes Klischee eines Schwarzmagiers erfüllt, einschließlich der vorausgegangenen Leidensgeschichte.
Glücklicherweise ist zwischenzeitlich ordentlich Tempo im Spiel, als man im Maisfeld vorm Schwarm Krähen flüchten muss, Hunderte der augenlosen Kreaturen auf die zwei zustürmen oder ein Dämon ausgesandt wird, der mit speziellen Fähigkeiten ausgestattet ist.
Die Choreographie der wenigen Zweikämpfe ist eher ein wenig unbedarft und unspektakulär und auch die Bluteffekte halten sich arg in Grenzen, wobei die CGI im Falle eines Armbisses und einiger Schwerthiebe ohnehin nicht allzu doll aussehen.
Auch wenn Brad Dourif einige Male arg über die Stränge schlägt, so stiehlt er allen anderen problemlos die Show. Besonders Jordan Matthews als Jacob muss als billiges „Twilight“ - Plagiat herhalten und bleibt mit seinem langen Umhang erschreckend blass und androgyn, während Hallee Hirsh als Sarah kaum eine Augenweide darstellt.
Der Score kommt demgegenüber phasenweise recht gut zum Zuge, klassisch mit Orchester und Chor arrangiert, obgleich einem einige Passagen reichlich bekannt vorkommen.
Letztlich bleibt die passable Kamera, welche immerhin stets dicht beim Geschehen bleibt und um ein paar wenige variable Perspektiven bemüht ist.
„Krieger des Lichts“ bedient sich gleich mehrerer Subgenres vom modernen Zombiefilm über Dämonen-Humbug über antike magische Gegenstände bis hin zum klassischen Schwertkampf zwischen Gut und Böse. Von allem ein bisschen, nur nicht ganz ausgegoren und trotz spannender und temporeicher Momente eher ein uninspirierter Weichspüler ohne Tiefe.
4,5 von 10