Irgendwo in einer gebirgigen Gegend der USA rumort es unter der Erde: seismologische Untersuchungen, so stellen die Wissenschaftler vor Ort fest, deuten auf ein sehr ungewöhnliches Ereignis hin. Spuckt einer der Berge bald wieder Feuer oder woher kommen die kurzen Erdbeben mit ihren plötzlichen Gasentladungen?
Auch Thomas Walsh (Ed Quinn) ist von den Naturereignissen unmittelbar betroffen: während sein Team im Wald unterwegs ist, trifft ein umstürzender Baum einen seiner Mitarbeiter am Bein - doch kurze Zeit später ist der Mann tot. An anderer Stelle stirbt eine Seismologin durch ein plötzliches Feuer. Erklären kann sich das keiner, außer Eds Vater William, der zu den Ereignissen eine eigene Theorie vertritt, die aber niemand hören will: eine mythische Sagengestalt lebt in der Unterwelt und wird eines Tages emporsteigen, um die Erde zu vernichten. An so einen Käse glaubt natürlich niemand, weswegen dem freundlichen alten Herrn sowohl von seinem Sohn als auch vom Dorfsheriff geraten wird, doch regelmäßig seine Pillen einzunehmen.
Währenddessen taucht ein einzelner Regierungsmitarbeiter bei Ed auf, der eine Führung zum Berg verlangt - er sei in geheimer Mission unterwegs und es gehe um Leben oder Tod. Ed bringt ihn Richtung Bergspitze, wo dummerweise auch seine Tochter mit ihrem Freund das Wochenende zum Campen verbringen will. Als die Wissenschaftlerin Emily nachdrücklich auf eine bevorstehende Umweltkatastrophe aufmerksam macht, evakuiert der Sheriff endlich das Dorf - doch gilt es noch, die beiden nichtsahnenden jungen Leute aus dem Wald herauszuholen. Am Weg dorthin offenbart sich für alle Beteiligten die belächelte Vision von Vater Walsh: ein riesiges Monster bricht aus dem Berg aus...
Der US-Sender SyFy ist nicht gerade für besondere Blockbuster bekannt, und so setzt sich deren Low-Budget-Produktion Behemoth aus vielen längst bekannten Versatzstücken diverser Tierhorror- und Katastrophenfilmchen zusammen, ohne daß die dem Schema F folgende Story oder gar die Darsteller auch nur im Mindesten so etwas wie Spannung oder gar ein Mitfiebern erzeugen könnten - im Gegenteil, mit zunehmender Dauer wird der Streifen immer langweiliger.
Während die klischeehaften Akteure (Ed ist der coole Held, sein Papa der abgedrehte Alte, die Frauen - bis auf Emily - schreien nur hysterisch herum) immerhin das Bestmögliche aus ihren weißgott flachen Filmcharaktären herausholen, fehlt es dem Drehbuch an jeglichem Pfiff, die preisgünstig in British Columbia (Kanada) abgedrehte Monsterstory in irgendeiner Weise originell zu gestalten. Zwar ist das Setting (regnerische, bergige Landschaft) gut gewählt, doch die Computereffekte von platzenden Felsen und plötzlich aus der Erde ausströmenden Dampfwolken sind so schwach implementiert, daß sie nie auch nur den Hauch einer Gefahr heraufbeschwören können. Wenn dann auch noch ganze Häuser in sich plötzlich auftuenden Löchern im Boden verschwinden - freilich ohne zusammenzustürzen - kann man nur müde mit den Augen rollen.
Auch die Dialogregie, die nebenbei noch ein bißchen Seifenopern-Themen in die Handlung einbaut, kann die vielen Logikfehler nicht überspielen: das Bemühen, relativ normal zu wirken, indem viele Vorgänge beschreibend besprochen werden, wo es gar nicht notwendig wäre, nehmen der ohnehin drögen Handlung jeglichen Rest von Spannung. Diesen Fehler erlebt man zwar bei vielen Billig-Produktionen, im vorliegenden Film jedoch heben sie das sprachliche Niveau vom erwarteten Trash-Level auf jenes einer x-beliebigen TV-Sendung. Gähn!
Das Monster selbst taucht übrigens erst relativ spät und in voller "Pracht" erst zum Schluß (und dort wie üblich viel zu kurz) auf, zerstört durch seine Abbildung auf dem Cover allerdings schon jegliche Überraschung im Vorhinein und kann bestenfalls durch seine geradezu riesigen Proportionen für kurze Aufmerksamkeit sorgen, während die Bekämpfung dieser Godzilla-Schlange wiederum derart saublöd ausfällt, daß man am liebsten abschalten möchte. Letzteres kann man sich zu diesem Zeitpunkt allerdings sparen, denn kurz danach ist der zu keiner Zeit größere Emotionen weckende Streifen auch schon vorbei - die Helden wissen, daß die Gefahr nun für alle Zeiten gebannt und die Welt gerettet ist. Na gottseidank.
Mit viel gutem Willen gerade noch 3 Punkte, Behemoth muß man wirklich nicht gesehen haben.