Ryu lebt zurückgezogen in einem Dojo, tief in den Wäldern von Japan. Doch immer öfter spürt er eine dunkle Macht die Besitz von ihm ergreifen will, das sogenannte "Dark Hadou". Eines Tages kommt ein Junge namens Shun zum Dojo und behauptet der Bruder von Ryu zu sein. Gemeinsam mit ihm und seinem Kampfgefährten Ken geht Ryu zu einem Untergrund-Kampfturnier in den Slums der Großstadt. Doch was sie nicht wissen ist, dass dieses Turnier von einem wahnsinnigen Wissenschaftler organisiert wurde um den stärksten Kämpfer ausfindig zu machen, ihm seine Energie auszusaugen, und mit dieser die Weltherrschaft an sich zu reißen. Als Shun am Ende des Turniers schließlich vom besagten Wissenschaftler entführt wird, macht sich Ryu zusammen mit Ken und der Polizisten Chun-Li auf um ihn zu retten. Doch kaum in dem Labor des Wissenschaftlers angekommen, müssen die drei feststellen das dieses Unterfangen schwieriger und tödlicher wird als anfangs erwartet..
Was "Street Fighter Alpha" generell sowohl von "Street Fighter II: The ANimated Movie" als auch von "Street Fighter II Victory" unterscheidet ist die Aufmachung. Dem Zuschauer werden hier nicht die bekannten düsteren Settings serviert, alles ist eher hell gehalten, teilweise so, dass es wie in einem Traum wirkt. Die Figuren sind "kindlicher", teilweise aber noch übertriebener als in den anderen Street Fighter Animes gestaltet ("Zangief" z.B). Die Story selbst ist eher simpel, vorhersehbar und langweilig, die Charaktere nur wenig ausgebaut. So kommt die "Freundschaft" bzw. schon die "Bruderschaft" zwischen Ryu und Shun nie wirklich hervor. Zwar wird es erwähnt, aber auf emotionaler Basis merkt man nichts, ebenso was die Beziehung zwischen Ken und Ryu angeht (höchstens wenn man sich schon zuvor mit den Street Fighter Animes auseinandergesetzt hat). Gut gelungen sind allerdings die Kampfszenen, denn verglichen mit den bisherigen Filmen und Serien sind sie flüssiger und packender gestaltet, teilweise wirken die normalen Straßenschläger im Kampf gegen Ryu schon wie Puppen, was die Kraft und die Kampftechnik von Ryu betont. Doch auch der Gewaltgrad hat sich verglichen mit den anderen Street Fighter Animes geändert. Zwar spritzt hier längst nicht soviel Blut wie in "Street Fighter II Victory" (man erinnere sich dort an den blutigen Kampf zwischen Ken und Vega), doch dafür sind die Kämpfe hier einfach grausamer, halbtote Kämpfer werden ähnlich wie Jagdtrophäen hinter dem Gegner hergezogen, Beine werden gebrochen wie Salzstangen, Gesichter eingeschlagen etc. Und genau das lässt "Street Fighter Alpha" so unwirklich erscheinen. Alles fängt harmlos und verträumt an, die Figuren wirken kindlich und sind auch recht kindlich gezeichnet, doch ab dem Beginn der 2. Filmhälfte wird die Handlung immer dunkler, die Kämpfe werden immer brutaler und grausamer. Zwar eine gute Idee, doch das und das Design des ganzen Filmes passen kaum zusammen. Ähnlich auch wie im "Tekken"-Anime kommen viele der übrigen Kämpfer aus dem Videospiel hier auch gar nicht zu Geltung. "Dhal-Sim" sieht man beispielsweise nur einmal im Flugzeug sitzen, und in einer etwa 0,5-sekündigen Kampfszene, dann nicht mehr. Und auch die Zeichnungen und die Dialoge, bzw. die Gefühle in den Dialogen passen nicht zusammen, so sieht man beispielsweise nach der Entführung von Shun ein völlig emotionsloses Gesicht von Ryu während er Shuns Namen ebenso emotionslos vor sich hin sagt, dann eine Blende auf das Gebäude, das Bild zoomt raus und Ryu schreit völlig emotionsgeladen den Namen ein zweites Mal aus voller Seele. Überzeugt irgendwie nicht.
"Street Fighter Alpha" ist von den Animationen her zwar interessant geworden und bietet auch sehr packende Kämpfe, doch sowohl die Charaktere, als auch die Story können einfach nicht überzeugen und wirken ein bisschen unausgearbeitet. Für Fans des Spiels sicherlich dennoch ein Anschauen wert, aber sonst weniger zu empfehlen.
6/10