Norwegen – das Land der Seen und Fjorde, der Elche und der Norwegerpullover. Und der Trolle…
Was ist denn nun eigentlich genau ein Troll? Was ein Oger, was ein Ork? Was ein Hobbit oder ein Zwerg? Was ein Leprechaun und was ein Goblin?
Nach ca. zweiminütiger Internet-Recherche weiß ich nun, dass beispielsweise Shrek ein Oger, Frodo Beutlin ein Hobbit ist, der Leprechaun und Pumuckel Goblins (= Kobolde) sind und, dass „Trollen“ ein bewusstes Provozieren von Gesprächspartnern im Internet bedeutet.
In TROLLHUNTER begleitet jedenfalls ein Kamerateam einen alteingesessenen Wildhüter von Trollen bei der von der norwegischen Regierung streng geheim gehaltenen Arbeit.
TROLLHUNTER ist Found-Footage-Horror im Stile von CLOVERFIELD, BLAIR WITCH PROJECT oder zuletzt CHRONICLE. Es wird also viel im dunklen Fichtendickicht mit wackeliger Handkamera herum geirrt. Teilweise kommt dabei gut packender Thrill auf, in anderen Momenten könnte man wieder meinen, der Film nimmt das ganze Found-Footage-Genre so ein bisschen auf die Schippe.
Die Trolle im Film sind von sehr unterschiedlicher Art. Die einen haben drei Köpfe, die anderen lange Nasen und ein Kuschelfell wie die Viecher in WO DIE WILDEN KERLE WOHNEN, was dann wahlweise zum Schmunzeln oder sich Ängstigen einlädt. Manche ernähren sich von Steinen, andere von Menschen. Die einen versteinern, wenn sie mit Sonnenlicht in Kontakt kommen, die anderen explodieren. Aber alle sind sie mindestens so groß wie ein Mehrfamilienhaus und hassen Christen.
Die Arbeit des Wildhüters, der seiner Aufgabe schon ein bisschen überdrüssig scheint, gestaltet sich simpel: erst stapft er mit der Filmcrew im Schlepptau durch das karge bis verschneite, dünn besiedelte Norwegen, stößt er auf einen Troll der sich außerhalb seines Reviers aufhält, beschießt er ihn mit der Flutlichtkanone. Die Regierung vertuscht die im Wald entstandenen Trollschäden, indem sie dies Bären zuschreibt.
Der Film ist von der Idee her sehr gut und beinahe ebenso t(r)oll umgesetzt. Trotz Wackeloptik und Fichtendickicht erkennt man gut, was gerade gespielt wird. Obwohl alle Trolle komplett Computer animiert sind, wirken sie recht lebendig und versprühen einen schrulligen Märchen-Horror.
Fazit:
Troll dich! Found-Footage zum Gruseln und Schmunzeln gleichzeitig. Definitiv besser als TROLL 2 und Trolli-Gummibärchen.