Review

kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 10.02.2013

Die Norweger bringen mal etwas Spaß in das sonst so bitterernste Fach: Wenn die Handkamera im Dienste einer Mockumentary steht, dienen Witze normalerweise lediglich der Überspielung der eigenen Ängste - schließlich soll es geheimnisvoll und gruselig rüberkommen, wenn sich plötzlich etwas im Busch bewegt. "Troll Hunter" macht sich gerade damit einen riesigen Scherz, denn es sind Trolle, die hier von den sensationsgierigen Twens im Michael-Moore-Fieber gefilmt werden: Mal mit drei Köpfen, mal mehrere hundert Meter groß. Einfachste Vorkommnisse der norwegischen Landschaft werden dann mal eben auf die Existenz der Trolle heruntergebrochen; so seien die oberirdischen Stromleitungen tatsächlich Schutzzäune, um die Trolle in ihren Revieren zu halten. "Jurassic Park" lässt grüßen. Schnitttechnisch ergeben sich noch einige Defizite gegenüber vielen amerikanischen Pendants, die oft deutlich spannender zusammenmontiert sind. Aber die wunderschönen See- und Gebirgsflächen Norwegens entschädigen für Spannungslöcher und der banale Humor, der sich am Ende in einer absurden Rede vor TV-Kameras entlädt, macht einfach etwas her. Es wurde auch Zeit, dass man diesem Subgenre endlich mal das Lachen beibringt.

*weitere Informationen: siehe Profil

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