Review

Okay, Trash ist Trash und Ralf König ist eben Ralf König, aber beides will nicht zusammenkommen. Paßt auch nicht!
Es gab mal zwei Schwulencomics namens „Der bewegte Mann“ und „Pretty Baby“, die wurden latent entschärft und es wurde eine deutsche Erfolgskomödie daraus.
Dann gab es zwei überspannte Thriller-Schwulen-Comics namens „Kondom des Grauens“ und „Bis auf die Knochen“ und die waren schön schräg. Daraus entstand auch ein Film und der war ein Haufen Scheiße!

Martin Walz kann mit König anscheinend wenig anfangen, denn was er da zusammenproduziert hat, sieht aus wie eine Amateur-Transen-Produktion mit erhöhtem Kreischfaktor für besonders Unbegabte, besonders pferdvoll, weil namhafte Leute mitmachen. Die jedoch spielen die Chose tatsächlich so, als hätten sie einen Stock im Arsch und die Dialoge TV-Film-Niveau.

Leider wird nicht mal das erreicht. Udo Samel macht als ermittelnder Beamter Mackeroni zwar optisch eine passende Figur, aber er spielt wie hypnotisiert als er stoned war, verzieht keine Miene und muß uns mit end- und witzlosen Offkommentaren nerven.
Aber er ist noch klasse gegen seinen Super-Hetero-Kollegen Peter Lohmeyer, der bei dieser Sorte von Humor (ach was, bei Humor allgemein) so gut aufgehoben ist, wie die Mona Lisa auf der Titanic. Angestrengt und verbissen hackt er jeden faden Dialog klein und rollt mit den Augen, eine erbärmliche Vorstellung. Ebenso furchtbar Leonard Lansink als Bob, der ja jetzt Babette heißt (dieser Gag wird ungefähr 60mal wiederholt) und Mackeroni mal einen geblasen hat und ihn deswegen statt Luigi jetzt „Lutschi“ nennt (dieser Gag sogar 80mal). Lansink trägt einen superschlechten Fummel, wäre auf jeder Homoparty nur müde belächelt worden und paßt besser in den nächsten Helge-Schneider-Schinken.

Genialerweise sind es die Kurzauftritte, die einen daran erinnern, was aus dem Film hätte werden können. Evelyn Künneckes Gastauftritt als quarzende Pathologin haut einen glatt von der Klippe, Ralf Wolter macht todernst auch den letzten Scheiß und Iris Berben hält dies offenbar für die Fortsetzung von „Sketchup“, ihrem Overacting zufolge. Meret Becker gibt eine infantile Schülerin (die ersten zwei Minuten sind noch das beste) und Otto Sander muß einen übergroßen Stetson tragen.

Man hat wohl versucht, Amerika zu persiflieren, aber warum sitzt dann Ron Williams auf dem Polizeichefsessel und schreit und grimassiert wie alle schwarzen Polizeichefs, deren Untergebene ihr eigenes Ding drehen.
Aber es ist eh keine Hoffnung da, denn es gibt Schülergruppen, die dollere Tricks draufhaben. Gedreht wurde offenbar in Slumhäusern und Absteigen, das Stundenhotel ist ganz deutlich eine miese Studiokulisse (man beachte die Fahrstuhltür, die sich nicht mal halbwegs wie eine benimmt) und das Polizeirevier ebenso, allerdings mit dem Nachteil, ein einziges billiges Polizeifilmklischee zu sein, daß leider wie eins aussieht.
Draußen hatte man wohl a) keine Drehgenehmigung und b) wenig Zeit, denn die US-Szenen beschränken sich auf die Monologsequenzen Samels, der dazu ewig Ami-Straßen runterläuft, aus Taxis steigt und Passanten überrascht, die dann verblüfft in die Kamera starren. Sehr authentisch, noch besser sind höchstens die infantilen Rückprojektionen.

Es läuft dazu zwar etwas Blut (die Vorstellung vom penisfressenden Kondom ist ja auch nicht schön), aber vorsorglich hat man Buttgereits Effekte für eine FSK 16 so herbe runtergeschnitten, daß man im Showdown mit einem Monsterkondom nicht mal mehr erkennen kann, was überhaupt vor sich geht.

Das haben König und seine Vorlagen nicht verdient und das Teil versank schnell im Morast der deutschen Filmgeschichte. Paradebeispiel dafür, was man falsch machen kann, wenn man eh keine Ahnung von überdrehter Comedy hat. Brutal daneben. (1/10)

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