"Ironclad - Bis zum letzten Krieger" - der Titel lässt vermuten, dass man einen wohl unterhaltsamen, aber im Großen und Ganzen vorhersehbaren Mittelalterfilm zu sehen bekommt.
Und diese Erwartung wird in besonderer Weise erfüllt. Man bekommt einen sehr unterhaltsamen und gleichwohl fesselnden Film zu sehen, wobei es nur wenig stört, dass man das Ende tatsächlich voraussehen konnte.
Die Handlung spielt im 13. Jahrhundert in England, das unter der Regentschaft von King John (oder Johann ohne Land) zu leiden hat. Nach einer Rebellion der im unterstehenden Fürsten hat dieser die Magna Carta unterzeichnet, die die Macht des Königs entscheident schwächt. King John gibt sich damit aber nicht zufrieden und verbündet sich mit den heidnischen Dänen, um sein Land zurück zu erobern. Er beginnt damit all die Fürsten umzubringen, die ihn zur Untewrschrift unter die Magna Carta gezwungen hatten. Der Erzbischof von Canterbury mobilisiert eine erneute Rebellion. Während er selbst nach Frankreich reist, um die Franzosen zum Einmarsch in England zu bewegen, besetzen Baron de Albany und der Tempelritter Thomas Marshal zusammen mit einer Gruppe verwegener Recken die strategisch wichtige Burg Rochester. Als King John dort ankommt, versucht er mit einer Reihe von Angriffen die Burg einzunehmen, scheitert und belagert sie schließlich. Nach weiteren Erstürmungsversuchen kommt es zur entscheidenden Schlacht und zum wortwörtlichen Kampf bis zum letzten Mann,
Mit diesem Film wird eine historische Lücke geschlossen und ein Kapitel englischer Geschichte gezeigt, das sich jenseits der allbekannten Robin-Hood-Legenden ereignet hat. Der historische Stoff ist packend und die filmische Umsetzung kann an vielen Stellen überzeugen. Dem Regiesseur Jonathan English und seinem Kameramann David Eggby gelingen tolle Bilder der englisch-walisischen Landschaft, aber auch hautnahe Actionsequenzen sowie große Schlachtengemälde.
Unterstützt wird die überzeugende filmtechnische Leistung durch das schauspielerische Agieren des hier versammelten Ensembles.
Wortkarg (vielleicht ist es besser so...), aber wuchtig und immer auf den Punkt präsent James Purefoy als Tempelritter. Auch, Brian Cox, Mackenzie Crook, Jason Flemying, Derek Jacobi, Aneurin Barnard und Rhys Parry Jones überzeugen als Vertreter der Rebellion in ihrem Kampf bis zum Äußersten.
Nachdem Megan Fox als Lady Isabel abgesprungen war, war der Weg/Platz frei für Kate Mara, diese Rolle überzeugend auszufüllen. Verheiratet mit dem Herrn von Rochester, frustriert in ihrer Ehe, beginnt sie ein Verhältnis mit dem Tempelritter. Wenngleich dies von beiden Seiten gut gespielt wird, stellt diese Liebesgeschichte doch ein Störfaktor innerhalb des Films dar. Dadurch wird die ansonsten spannende Handlung an vielen Stellen ausgebremst oder in eine unnötige "Schleife" gezogen.
Hervorgehoben werden sollte auch die schauspielerische Leistung von Paul Giamatti, der hier King John verkörpert. Allein durch sein Mimenspiel erfährt man hier viel über den Charakter des Königs, der um "sein" Land streiten muss.
Ich habe en Film - trotz seiner Vorhersehbarkeit - genossen und ich hoffe, dass es noch vieln so gehen wird.