Michael Meyers, Jason Voorhees und Leatherface, - Freunde des Slashers kennen sie alle und nun soll mit Leonard ein weiterer Killer in die Analen des Genres eingehen.
Zumindest wenn es nach Regisseur Griff Furst ginge, der komplett auf Nummer Sicher geht und bei seiner Geschichte nicht einen Millimeter von üblichen Genrekonventionen abweicht.
Student Ewan hat sich ein besonderes Geburtstaggeschenk für seine Freundin Jennifer ausgedacht: Ein leicht heruntergekommenes Haus in der Pampa als kleine Immobilienanlage.
Doch als sie und vier Freunde mit dem Renovieren und dem dazugehörigen Saufen beginnen, wissen sie noch nichts von Leonard, dem missgebildeten Typen, der hier in den Kellergewölben haust und aufgrund seiner Deformierung frische Gesichter benötigt…
Die Exposition gibt sogleich einen Einblick in die Vergangenheit des Hauses, als die aufgebrachten Dorfbewohner die Mutter des Deformierten töten, da diese ein Baby entführte und im Begriff war, dieses zu opfern. Die Hintergrundgeschichte ist insofern nicht uninteressant, als dass in regelmäßigen Abständen kleine Flashbacks eingestreut werden, welche die Ereignisse der Vergangenheit komplettieren und dem Killer einen ordentlichen Background verleihen.
Diese erhalten die Hauptfiguren nur sehr unzureichend, da es sich bei Jen und Ewan um ein ganz alltägliches Paar mit kleinen Problemen handelt, während die Freunde offenbar mehr an Fummeleien in der Scheune und am teuren Wein aus dem Keller interessiert sind.
Ferner wird die Chance verpasst, zwei des ehemaligen Dorfmobs besser einzubinden, denn mit Michael Berryman und Terry Kiser finden sich zwei recht namhafte Mimen, welche jedoch leicht verpulvert werden, da die beiden erst gegen Ende stärker in den Vordergrund treten.
Ansonsten hält man sich recht lange mit dem Vorgeplänkel auf, bevor der Killer erstmals zuschlägt. Dabei fällt die größtenteils miese Synchro aufgrund der viel zu jungen Stimme von Berryman und dem latent künstlich wirkenden Lachen von Jen deutlich ins Gewicht und auch einige Dialogpassagen scheinen nicht wirklich Sinn zu machen und schwanken entsprechend zwischen albern und debil. Zwischen Bömbeln, Saufen und dem Lesen eines alten Tagebuches sollte man allerdings auch nicht allzu viel erwarten.
Während der zweiten Hälfte kommt endlich ein wenig Fahrt ins Spiel, doch zunächst hält sich Leonard merklich zurück, indem die ersten Kills ein wenig geschnitten wirken, als in einem Moment die Waffe angesetzt wird und im nächsten bereits das Opfer ohne Augapfel am Boden liegt. Spätere Ableben implizieren mehrere Enthauptungen, zwei Genickbrüche, Kehlenschnitt und eine Axt in der Brust, wobei Splatterfreunde hier nicht sonderlich bedient werden und kein Dahinsiechen allzu derb in Szene gesetzt ist.
So entwendet man dummerweise ein schützendes Artefakt, im Kühlschrank lagert seit geraumer Zeit ein Schweinskopf mit Ananas, 1961 scheinen einige Provinznester sehr progressiv gewesen zu sein (mit Bilderrahmen, die es erst Jahrzehnte später gab), die optische Ähnlichkeit zu Michael Meyers wird im Verlauf immer frappierender und am Ende gibt es einen selten dämlichen Abschluss, der von unzähligen Unwahrscheinlichkeiten umgeben ist.
Immerhin gibt es im Gesamtbild ein paar brauchbare Ansätze, eine Riege mit passablen Mimen, okaye Schauplätze und einen sympathisch ausbalancierten Score. Zwar kommt der Humor viel zu kurz, ein paar obligatorische Nacktszenen sind zwar enthalten, doch so ein richtiges Mitfiebern bei Auseinandersetzungen mit dem Killer stellen sich allenfalls innerhalb der letzten zehn Minuten ein, als das Tempo noch einmal merklich angehoben wird und deutlich mehr Bewegung ins Spiel kommt. Anderweitig bleiben Überraschungen aus, die Morde sind nicht allzu abwechslungsreich ausgefallen und auch der Tunichtgut vermag nur selten bösartig zu erscheinen. Am Ende bleibt ein Durchschnittsslasher ohne markanten Eigenanteil, den allenfalls eingefleischte Genrefans mitnehmen können, denn der Erinnerungswert tendiert leider gegen Null.
5 von 10