Review

Als literarische Vorlage diente das Theaterstück Huit femmes von Robert Thomas. - Wie ein Theaterstück kommt der Film irgendwie auch daher und vereint Drama, Krimi und Musical. 


Kurz vor Weihnachten, an einem verschneiten Wintertag kommt Suzon, eine junge Studentin, zu ihrer Familie nach Hause. Ihre Mutter Gaby hatte sie am Bahnhof abgeholt und auf dem abgelegenen Landsitz befinden noch noch folgende Personen: ihr Vater Marcel, die jüngere Schwester Catherine, die Grossmutter Mamy, die Tante Augustine, die Köchin Madame Chanel und das neue Hausmädchen Louise. Als Louise den noch schlafenden Marcel aufwecken will, findet sie ihn erstochen im Bett liegen. Da die Telefonleitung gekappt wurde und es wegen dem Schneefall kein wegkommen gibt, schliessen sie sein Zimmer ab, damit keine Spuren verwischt werden können. Überraschend taucht dann auch noch Pierette, die Schwester von Marcel auf. Nun haben wir 1 Leiche und 8 Frauen die als Täter in Frage kommen, natürlich beginnen wilde Spekulationen über wer, wann, wieso, weshalb. Schnell wird klar, dass alle irgend ein Geheimnis haben und einen Grund gehabt hätten. 

[ACHTUNG SPOILER: Catherine beichtet am Ende, dass sie die Tat gemeinsam mit ihrem Vater nur inszeniert hat um sämtliche Lügen und Intrigen aufzudecken. Als sie alles auflösen will, erschiesst sich Marcel jedoch in seinem Zimmer. Scheinbar konnte er die wahren Gesichter der Frauen nicht ertragen.]

Der Film ist von seiner Art her recht speziell. Mich erinnerte der Stil eher an ein Theater als an einem Spielfilm. Unter diesem Blickpunkt fand ich dann auch die Gesangseinlagen passend, normalerweise finde ich diese bei einem Spielfilm nämlich eher störend. Es hat dabei fast jede Darstellerin einen eigenen Gesangspart. Die Krimigeschichte funktioniert ebenfalls und bis zum Schluss würde man die Tat plötzlich allen Beteiligten irgendwie zutrauen. Die Auflösung war für mich ausserdem auch nicht vorhersehbar. Die Darsteller verkörpern ihre Rollen gut und harmonieren zusammen. Auch die Gesangseinlagen wurden von ihnen jeweils toll umgesetzt. Etwas schlecht ist hier jedoch das Zusammenfügen mit dem Bild geglückt und sieht teilweise wie bei einem „Playback" aus. Ebenfalls konnte ich mich mit Isabelle Huppert als Augustine nicht recht anfreunden. Ihre Rolle wirkt überzogen und ich empfand sie deswegen in mehreren Szenen als Fremdkörper. Spezieller Film, die unkonventionelle Art fand ich aber spannend und erfrischend. 

Note: 7 / 10

P.S. Das über 60 minütige Making-Of auf der DVD ist eher ein Blick hinter die Kulissen. Sehr langatmig, ab er immerhin sieht man dort auch wie die Darsteller ihre Lieder selber gesungen haben.

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