Review
von Leimbacher-Mario
„Dragnet“-Vorläufer
In der Tradition von und ungefähr zur selben Zeit entstanden wie „The Naked City“ oder „The Third Man“ ist diese eindeutige Inspirationsquelle für die spätere kultige Fernsehserie „Dragnet“ ein hartgekochter Film Noir-Klassiker aus der zweiten Reihe, der es jedoch mit fast allem auch vor ihm Stehenden aufnehmen würde. Tough, tückisch, arschtretend. Von Geschäften über Dächer bis in die Kanalisation, von Copkillern über Meisterdiebe und verzweifelten Männer, eine Stadt in Aufruhr, L.A. sucht einen Mörder - mit damals neuesten Polizeimethoden, verbissenen Detectives und einer semi-dokumentarischen Erzählweise, die uns Zuschauer fast Teil Ermittlungen werden lässt...
„He Walked By Night“ ist für Fans von realistischen Betonkrimis ein echter Grundsteinleger, dem noch immer deutlich zu wenig Bedeutung und Popularität angemessen wird. Die Stadt der Engel als härtestes Pflaster der Welt, ein Schmelztiegel der Kriminalität. Mittendrin schwitzende Männer und Kriminelle, mit dem Rücken zur Wand. Allein das Finale unter der Erde in den Abwässern der Stadt ist jedes Ticket wert. Zudem gibt es sehr interessante Einblicke in die damaligen Ermittlungstechniken, einige klasse Kameraaufnahmen und Schattensetzungen, sehr solide Darsteller. Egal wer da im Endeffekt wirklich oder mehr Regie geführt hat - das Ergebnis kann sich sehen lassen. Noch immer. Egal wie viel sich in Sachen Polizeiarbeit, L.A. und Filme getan hat. Diese leichtfüßigen Schritte in der Nacht auf grauem Asphalt sollte niemand überhören!
Fazit: ein plastischer und rauer Film Noir in Hochform, der mehr Beachtung verdient hätte. Knackig, konkret, cool. Ein früher Poliziotto mit Kanten, Ecken und Splittern. Im perfekten Modus Operandi. Für Fans der schwarzen Serie gibt es keine Ausrede den zu skippen!