Mafia-Filme begeistern oft aus einer guten Mischung aus rücksichtslosem Gangster-Drama, Liebe und Intrigen, Ganovenehre, Helden, Politik und Korruption. EIN RUHIGES LEBEN hat zwar einige der oben genannten Elemente, aber er fügt diese – gemäß einer Ableitung des Titels – zu einer leider nur sehr dahinplätschernden Handlung rund um den Versuch der Hauptfigur Rosario, ein neues normales Leben nach der Mafia-Karriere aufzubauen. EIN RUHIGES LEBEN hat durchaus gute Schauspieler und eine überzeugende Hauptfigur, aber der Film versteht weder durch die höhepunktlose Geschichte noch durch tiefe Charakterzeichnung nachhaltig zu überzeugen.
Es gibt schöne lange Einstellungen und nur wenig hektische Szenen oder Schnitte. Die routinierten Schauspieler agieren sehr souverän im Raum und die schöne Kameraführung lässt ihnen alle Ruhe die Story auszufüllen. Lange Dialoge begleiten das Leben mit der Familie, das Glück mit seiner Frau Renate. Wäre da nicht die Spannung in der Familie um den italienischen Sohn Diego. Die jugendlichen Schauspieler können allerdings nicht ganz auf dem schauspielerischen Niveau der Alten mithalten.
Und so zieht sich die Story bis Ende hin und erst im letzten Abschnitt bricht das Lügengebäude von Rosario zusammen und EIN RUHIGES LEBEN nimmt Schwung auf. Leider etwas zu spät für meine Begriffe. Es verbleibt der Eindruck einer seltsam befremdlichen Mischung eines TV-Krimis, Familiendramas mit losen Mafia-Elementen und die Frage, was man mit der Sehzeit vielleicht doch besseres anfangen hätte können. Ich habe keinen DER PATE erwartet, aber man hätte doch ggfs. dramaturgisch etwas mehr rausholen können.
5/10 Ganovenehren....äh,....Punkten