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Sportlerkomödie mit humoristischen Liebeswirren aus dem Hause von Emperor Motion Pictures, deren Kommerzappeal auch hier unweigerlich in allen kräftigen Farben am Durchscheinen ist, trotz seiner Buntheit von Figuren und Episoden allerdings wie verspätet angehangen und den momentanen Trend verschlafen wirkt. Die Ursache für die Herumtreiberei ohne deutliche inszenatorische Ideen, die Selbsterklärung im Menschelnd-Chaotischen, den Verschleiß und Erstarrung des Filmes lässt sich im eigentlichen Planungsjahr der Produktion finden. Angekündigt bereits im Juni 2007 und für einen Start Frühjahr 2008, parallel zum ähnlich angelegten Kung Fu Dunk (2008) und unmittelbar vor den Olympischen Spielen im Mutterland China gesetzt, verzögerte sich die Anlaufphase der Romance Fantasy Comedy um mehr als zwei Jahre; wobei das mittlerweile längst fertige Produkt aufgrund der privaten und zunehmend medialen Schwierigkeiten der Hauptdarstellerin Gillian Chung in den Giftschrank verbannt eine gewaltsame Unterbrechung der Entwicklung erlitten hat.

Mitte Juli 2010 zwar den Fesseln der Distanzierung, aber nicht gänzlich aus deren schlechter Publicity befreit, erschien das Werk reichlich säumig als ehedem festgesetzter, nun aber unpünktlicher und die eigenen Vorgaben nicht erfüllender Sommerblockbuster, der zwar den Zauber einer ländlich-friedlichen Gegend symbolisiert, ansonsten aber in allem Anderen wie ein längst vergänglich gewordenes Relikt anmutet und weder dem harrenden Produzenten noch dem Zuschauer einen großen Gefallen getan hat. Gerade mit zunehmender Laufzeit wird eine erdrückende Banalität geschaffen, die das Wenige an Handlung des Filmes selber anfeindet, eine unfruchtbare Nichtigkeit, die in den anderen modernen cineastischen Vertriebsformen zwar auch anzutreffen ist, aber selbst da nicht so derartig unwichtig und gleichzeitig demonstrativ aufgesetzt wie hier wirkt. Mit (Wider)Sinn und (Un)Verstand:

Inmitten einer sportlichen Schulveranstaltung von ihrem vermeintlichen Freund Ramsy [ Calvin Sun ] und den ihn verführender May Cheng [ Chrissie Chau ] vor versammelter Mannschaft bloßgestellt, strebt die etwas verhuschte Gillian Law [ Gillian Chung ] die große Rache für diese Schmach und eine noch anschließend folgende Ohrfeige an; allerdings erst, nachdem sie sich vor Wut und Trauer in das Wasser gestürzt hat, und ihr dort der Schutzgeist Guan Yin [ Tian Liang ] vermeintliche Superkräfte verliehen hat. Die entsprechende Möglichkeit zur Revanche bietet sich beim derzeit ausgetragenen "Waterbabes Swimming Contest" an, einem zu Werbezwecken ausgetragenen 4x100m Wettbewerb, den Gillian in direkter Konkurrenz zu May mit ihren Freundinnen Jade [ Eva Huang ], Florence [ Juanita Cheung ] und Flora [ Josephine Ng ] bestreiten will. Um dies mit entsprechendem Training zu bewerkstelligen, entführt sie den ehemaligen Schwimmer und nun als "Prince of Flying Fish" posierendes Werbemaskottchen Kwok Chi-yuen [ Alex Fong Lik-sun ] und versteckt ihn beim Autisten Hanna [ Stephen Fung ]. Kwoks Manager Cheong [ Simon Loui ] schaltet die Polizei ein.

Dabei muss man Regisseur und Co-Autor Jeff Lau wie auch bei den zwischenzeitlich ausgeführten Arbeiten Metallic Attraction: Kungfu Cyborg (2009) und die Red Cliff Parodie Just Another Pandora's Box (2010) die grotesk komische Fantasie auch in überdimensioniert gemalten Bildern bescheinigen, als erstmal durchaus positive Konstante, die sich als Bestandteil seiner Kunstauffassung eine eigenartig antitotalitäre Verbindung mit mo lei tau Witzen eingeht. Laus Schaffen ist in mittlerweile ästhetisch getönter Mainstream-Weitläufigkeit gehalten, panoramalastige Totalen, weiträumige Draufsichten und eine insgesamt demonstrative optische Universalität mit epigonalen Lebenszeichen, die sich hier besonders in der geographischen Zeichnung der Fischerinsel Cheung Chau und ihrer Funktion als Zufluchtsort fern von der Zivilisation (und Umweltverschmutzung) bemerkbar macht. Das Abseits der Gesellschaft, inmitten von blauem Wasser, weißen Strand und grüner Laubwald- und Buschbepflanzung als äußere Philosophie von Illusionierung und Optimismus, in der die Menschen auf Gedeih und Verderb zusammenhalten und sich die Probleme nicht nur als lösbar, sondern geradezu als sekundär erweisen. Scheinbar perfekt für die eskapistische Auszeit, wenn nicht momentan sogar noch die period piece Reise zurück zu besseren Ären-Datierungen, gänzlich außerhalb von Raum und Zeit angesagt wären.

Die positive Grundstimmung wird entsprechend durch viel einheimischen Kontakt hergestellt, durchwandert die Kamera die kleinen schiefen Gässchen des Eilands genauso Fernweh vortäuschend wie man die seelsorgerischen Familienbindungen, die Verwurzelung an die Heimat, die Urlaubsatmosphäre von Sommer, Sonne und Meer beschwört. Inmitten der Erkundung und Beschönigung der Umwelt befindet sich auch die satirisch angedachte, sich am lokalen Scherz erprobende Personengalerie. Harmlos-skurrile Typen mit ewig sonnigen Gemüt, quasi die asiatischen und maritimen Vertreter des Bienvenue chez les Ch'tis, die sich am üblichen Kontrast der sprichwörtlichen fish out of water Story mit seinen Gegensätzen Urbanität zu Provinzialität, abgebrühtes Städtertum zu Bauernschläue und schließlich auch Mann zu Frau bemühen. Der Schwerpunkt bei allem sicherlich auch auf dem romantischen Faktor liegend, wobei das damals tatsächlich miteinander verbandelte Schauspielerpaar Chung und Fong schon eine soweit gute Chemie aufweisen kann, ohne gleich die Gefühle von der Leinwand in ganzem Ausmaß zu versprühen, und der Vorteil der Figur auch sichtlich bei Fong selber liegt, der eigentlich alles Andere als den perfekten Sympathen, dies allerdings mit viel fröhlichem Schwips spielt.

So richtig zünden mag das Alles trotzdem nicht, sondern auf Dauer eher ab- und verschrecken. Die Verpackung ist großartig, nur zu schnell wirklich leerer Effekt-Popanz, der mit entweder viel zu vielen und viel zu wirren Ideen noch erneut aufgebauscht ist, und bald auch gar nicht mehr weiter interessiert. Die Romantik schlägt keine Funken, und die Aussagen sind wie üblich für Lau und sein jüngeres Werk, siehe gerade auch East Meets West (2011), theoretisch schon da, aber gleichzeitig irgendwie auch immer gottgegeben und banal und wiederholend diktiert bis in das Extrem.

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