Nach einem viel versprechenden Einstieg in den Bereichen Horror und Sci-Fi in den Neunzigern ist es um den philippinischen Regisseur Brian Yuzna ziemlich ruhig geworden. Sein letzter Streifen von 2005 fiel bei der breiten Masse durch und auch wenn „Amphibious“ mit 3D aufwarten kann, dürfte er nicht allzu viele Tierhorrorfans begeistern.
Irgendwo im Indischen Ozean sucht Meeresbiologin Skylar nach einer seltenen Art, während ihr Bootsmann Jack (Michael Paré) zwielichtige Geschäfte mit Schmugglern an einer Fischereiplattform veranstaltet und schon bald Ärger mit einigen Jungs bekommt.
Die Fischer hingegen haben es rasch mit einem Riesenskorpion zu tun, der möglicherweise im Zusammenhang mit dem merkwürdigen Verhalten des Fischerjungen Tamal steht…
Nach dem sympathischen Einstieg mit einem sich selbst filmenden Touristenpärchen irgendwo in Indonesien hätte Yuzna das Niveau eigentlich nur halten müssen, doch leider geht es mit der Erzählung konsequent bergab.
Die Figuren sind nicht mehr als schablonenartige Unsympathen, denn selbst Jack kann eine vermeintliche Heldenrolle kaum ausspielen, während die Leute auf der Plattform durchweg unberechenbare Rüpel verkörpern.
Einzig interessant ist die Rolle des jungen Tamal, der sich irgendwann undurchschaubarer Rituale zuwendet, doch Einzelheiten vermochte das Drehbuch nicht auszuarbeiten.
Leider bleibt der urzeitliche Skorpion zu lange außen vor, es mangelt deutlich an Action und auch an Abwechslung, da die begrenzte Kulisse trotz des malerischen Hintergrundes auf Dauer sehr einseitig wirkt. Die Kreatur wurde teils per Computer, teils durch Mechanik zum Leben erweckt. Der hervorschnellende Giftstachel sieht entsprechend ordentlich aus, das komplette Vieh wirkt hingegen zu klobig und bewegt sich für einen Skorpion viel zu schwerfällig.
Dafür sorgen einige fürs Subgenre ungewöhnlich derbe Gewalteinlagen für Freude bei den Splatterfans, denn der Stachel dringt durch diverse Körper, es hängen Hautfetzen vom Körper, eine Brust wird geöffnet, eine Hand abgetrennt und es gibt einen Pflock im Bauch.
Die Effekte sehen durch die Bank gut gestaltet aus, wohl auch, weil hier mehr Wert auf Handarbeit gelegt wurde.
Dennoch will die Chose nie so recht in Schwung kommen, was sich auch bei den Darstellern widerspiegelt. Kaum einer ist mit Enthusiasmus bei der Sache, selbst Paré scheint nie im Film anzukommen, während einige Indonesier komplett unbeholfen agieren.
Dem üblen Niveau gleicht sich die grottenschlechte Synchro gnadenlos an und haut das Unbetonteste heraus, was in so einem Fall nur möglich ist.
Bei alledem will nur selten Spannung aufkommen, selbst der Showdown gerät fade und vorhersehbar und auch wenn zuweilen ein leichtes Augenzwinkern aufflackert, so läuft die Chose insgesamt doch recht humorfrei ab. Dabei verlaufen einige Handlungsstränge (Schamanismus und Rituale) so ziemlich im Sande, während die eigentliche Geschichte zu lange vor sich hin dümpelt und die Bedrohung durch das Seemonster zu selten spürbar wird.
Zudem wird die schöne Kulisse Indonesiens kaum genutzt, stattdessen treibt man die meiste Zeit eindimensional im Wasser, was auch sinnbildlich auf den kompletten Streifen zutrifft: Ein Werk ohne Höhepunkte, Kreativität und Finesse, - ein Yuzna, der im Vergleich zu „Return of the Living Dead 3“ nicht mehr wieder zu erkennen ist.
3 von 10