Manchmal gibt es Filme, die im Prinzip alle Faktoren haben um zu begeistern, aber es trotzdem nicht schaffen den Begeisterungsfunken überspringen zu lassen. THE VETERAN ist genau so ein Fall. Es ist eine gute Story, es gibt Spannung und dem Genre angemessen einige Gewaltszenen und trotzdem sind bei mir und meinen Mitsehern die Gedanken und Blicke oft abgeschweift und von einer Fesselung an den Bildschirm war nicht zu denken.
Ein Hauptgrund ist die relative Charakterlosigkeit der Hauptfigur, wir kennen nicht seine Vergangenheit, Familie, Gefühle oder irgendetwas was mit einer Normalität oder Menschlichkeit einhergeht. Er stapft stattdessen mehr wie ein ROBOCOP durch den Film und metzelt mal hier mal da kräftig mit und auch keine der Nebenfiguren vermag es ein wenig Verbindlichkeit zu vermitteln. Somit läuft die Geschichte (OHNE SPOILER!) des Afghanistan-Veteranen Robert Miller (Toby Kebbell), der nach London zurückkehrt und dort vom Geheimdienst in dubioser Weise vereinnahmt wird recht seelenlos ab.
Trotz gestählter Arthouse Kino Nerven wirkt vieles zu sehr in die Länge gezogen, Blicke in die Ferne oder das Nichts scheinen endlos und die Bilder laufen so an einem vorbei ohne den Anker des Mitfühlens auszuwerfen. Dazu kommt, dass Protagonist Toby Kebbell nicht wirklich über eine variable Mimik verfügt und wir somit gefühlt stundenlang auf seinem Gesicht hängen ohne dass etwas passiert. Eigentlich schade, denn eigentlich wirkt es trotz einiger Hänger im Drehbuch und Logikschwächen recht authentisch.
Auch die durchgängig düstere Stimmung wird nachhaltig vermittelt. Ansonsten vermeidet THE VETERAN sogar übliche Klischees und den sonst typischen US-Patriotismus Overkill was sehr positiv zu werten ist. Alles in allem also gute Eigenschaften, die aber aus den o.g. Gründen im Ganzen nicht gezündet haben und somit kann ich nur noch gnädige
5/10 Punkten geben.