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Offensichtlich gibt es in jedem verschlafenem Nest Nordamerikas an Halloween einen dazugehörigen Fluch, der bewirkt, dass sich sogar die Rednecks für 24 Stunden in ihre Holzhütten zurückziehen. Dabei dürften einige Sagen aus der keltischen Mythologie eine Rolle spielen, wie dieser SyFy-Trash herzuleiten versucht.

Es begab sich am 31. Oktober 1831 in dem verschlafenen Nest Hallowglen, als das missgestaltete Baby einer Frau bei einem Ritual dem Scheiterhaufen geopfert wurde.
Jene Frau stieß daraufhin einen Fluch aus, der sich von nun an jedes Jahr an Samhain erfüllen und alle Neugeborenen töten lassen soll.
Kurz vor Halloween strandet Familie Perkins in dem Nest und prompt hat die Patchwork Familie einen Säugling im Gepäck…

Nach dem halbwegs stimmungsvollen Einstieg nimmt man sich ordentlich Zeit, die Familie einzuführen, was jedoch schlicht zuviel Raum beansprucht.
Tochter Nikki trauert noch immer ihrer verstorbenen Mutter nach und kommt mit Dad nicht mehr klar, seitdem dieser neu liiert ist, wobei der frische Nachwuchs natürlich im Vordergrund steht. Deshalb ist Nikkis beste Freundin vorsorglich und zum Schlichten und Ablenken mitgefahren, was auch einige Male in Anspruch genommen wird.
So vergehen rund 45 Minuten, in denen kaum etwas Erwähnenswertes in Sachen Horror oder Grusel stattfindet.

Als der Goblin endlich in Erscheinung tritt, macht sich rasch Ernüchterung breit, denn die schwarze Kapuze über dem Schädel vermag die schwachen Computereffekte kaum zu kaschieren: Schwarzes Antlitz, piranhaähnliches Gebiss und die Fähigkeit zur Entmaterialisierung geben selten Anlass für Suspense, was sich bereits bemerkbar macht, als der Dämon ein Paar auf Durchreise erwischt.
Obgleich im Verlauf kleinere Gewalteinlagen wie ein offener Bauch, ein zerquetschter Schädel und Scherben im Unterleib auszumachen sind, entfalten sich die Ableben unspektakulär, zumal das Tempo erst im letzten Drittel etwas angezogen wird.

Bis dahin hat man es mit dem obligatorischen Zausel und Säufer zu tun, den alle fälschlicherweise für verrückt halten, der aber fürs Finale in Sachen probater Waffen wichtig ist. Hinzu kommt der Dorfsheriff mit kleinen und großen Geheimnissen, ein paar Jungs im Alter von Nikki (für den Bodycount und ein paar unnötige Dialoge mehr), das Baby verschwindet natürlich, alle machen sich auf die Suche, doch bereits vor Beginn des Showdowns zeichnen sich sämtliche Verläufe des Hauptthemas und aller Nebenhandlungsstränge ab, einschließlich der Reihenfolge der Ableben.

Auch wenn die Mimen im Durchschnitt passabel performen und mit Gil Bellows als Familienvater ein halbwegs bekanntes Gesicht an Bord ist, Kamera und Score brauchbare Beiträge liefern und zum Ende hin ordentlich Fahrt im Spiel ist, birgt die Geschichte weder spannende Höhepunkte, noch kommt dabei eine gruselige Atmosphäre auf.
Das liegt nicht nur am wenig furchteinflössenden Goblin, sondern auch am holprigen Erzählfluss, der sich zu sehr mit unwichtigen Details beschäftigt, anstatt auf Bewegung und Konfrontationen zu setzen, was eben erst in den letzten zehn Minuten eintritt.

Somit ergibt sich ein austauschbarer Slasher, nur eben mit einem wenig bedrohlich wirkenden Dämon und einer Figurenkonstellation, die weder Sympathien schürt, noch sonderlich mitfiebern lässt, denn die Charakterisierungen fallen letztlich genauso austauschbar aus, wie die Verlaufsmuster, welche x-beliebiger Genrebeiträge entsprechen.
Typischer SyFy-Trash, allerdings ohne (un)-freiwilliges Schmunzeln.
Knapp
4 von 10

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