Review

Mit seinem Experiment 626 hat sich Alien-Wissenschaftler Dr. Jookiba ziemlichen Ärger eingehandelt. Die von ihm erschaffene Kreatur ist eine zerstörerische Bedrohung und soll auf einem Asteroiden ausgesetzt werden. Doch gelingt dem kleinen blauen Ding die Flucht und so landet es auf dem Planeten Erde, genauer gesagt auf der Insel Hawaii. In einem Tierheim untergebracht, macht 626 bald Bekanntschaft mit dem Mädchen Lilo, die einen tierischen Freund sucht, den Alien für einen Hund hält und ihm dem Namen Stitch verpasst. Nicht wissend, dass Stitch immer noch von Jookiba und einem außerirdischen Agenten gejagt wird.

Der kleine blaue Wüstling bringt das Leben von Lilo und ihrer Schwester Nani ziemlich durcheinander. Wobei die Beziehung der alleinlebenden Geschwister auch so schon nicht rosig ist. Ein Sozialarbeiter will Lilo aus den chaotischen Zuständen befreien und Nanis berufliche Sicherheit steht permanent auf dem Spiel.
Es sind ein paar ungewöhnliche Zutaten, die dieser Disney-Film hier auf die Leinwand bringt. Der soziale Hintergrund ist prekär, dauernd droht Verlust und die Perspektive scheint unsicher. Dazu kommt Stitchs Zerstörungswut, schließlich wurde er für die Randale erschaffen. Lilo scheint da ähnlich veranlagt und so zeigt der Film ihre Schwierigkeiten, Anschluss und Freunde zu finden; leicht macht sie es ihrer Umwelt allerdings auch nicht.
Ein merklicher Kontrast zu der malerischen Umgebung (und den fetten Touristen), unterm Strich verkauft Disney hier allerdings wieder die üblichen Werte von Familie und Zusammenhalt. Das ist nicht verkehrt, aber man kennt das eben schon und auf dieser Ebene fällt dem von Dean DeBlois und Chris Sanders inszenierten Zeichentrickabenteuer nichts Neues ein. Die Alienthematik bringt da durchaus etwas mehr Abwechslung, wenn die Betrachtungsweisen des Irdischen auch recht einfach gehalten sind, für die Zielgruppe reicht das wohl.

Der Stil hebt sich immerhin vom bekannten Einheitsbrei ab, wirkt recht cartoonesk, so recht packen wollte er mich nicht. Das trifft gleichsam auf den Humor und eigentlich auch auf das komplette Werk zu. So richtig nahe gingen mir die Charaktere nicht, auf dieser Ebene hat mich „Lilo & Stitch“ einfach nicht ausreichend erwischt. Dennoch ist er ein netter Beitrag des Studios und kann durch eine gewisse Originalität bezüglich Figurenhintergrund und Schauplatz punkten. Dahinter verbergen sich dann die altbekannten Botschaften und so landet das Teil im okayen Mittelfeld.

Details