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Den einen oder anderen Regieneuling zieht es dann doch wieder zum Slasher, da man sich über die Story kaum Gedanken machen und meistens nicht viel Budget investiert werden muss. Etwas Liebe zum Detail sollte allerdings schon rein gesteckt werden, denn Ableben ausschließlich mithilfe drittklassiger CGI in Szene zu setzen, zeugt nicht von großen handwerklichen Fähigkeiten.

Thomas (Jason Mewes) ist ein fast stummer junger Mann, der mit seinem Vater (William Sadler) auf einer Farm mit Ziegen und zwei gekauften russischen Stiefmüttern lebt. Als der Vater im Affekt eine geliebte Ziege tötet, rächt sich Thomas und killt alle Anwesenden. Als Thomas den Filmer Bobby aufgabelt, der an einem Hollywood Set mitwirkt, springt er kurzerhand als Junge für alles ein, doch am Set hat schon bald jemand etwas gegen die mitgeführte Ziege…

Der Streifen offenbart bereits nach wenigen Minuten einen schlicht produzierten Eindruck, da die Kamera ein wenig wahllos eingesetzt wird und der krude Humor auf ein ebenso schlichtes Gemüt seitens der Drehbuchautoren hindeutet. Sadler hat bereits nach wenigen Minuten seinen immerhin per Maske gestalteten Abgang, doch danach geht es am Filmset rasch bergab, zumal dort nicht viele Beteiligte auftauchen und die wenigen Anwesenden ein paar politisch unkorrekte Formen ins Spiel bringen. Ob es der pakistanische Tontechniker ist, der Koch aus Trinidad, der dunkelhäutige Deputy und nicht zuletzt der auffallend kleinwüchsige Sheriff mit großer Klappe, - alle Klischees werden in den Topf geworfen und Häppchen für Häppchen hervorgekramt.

Über den Antihelden Thomas erfahren wir indes rein gar nichts, da es außer dem Beschützerinstinkt gegenüber Ziegen und der Tatsache, dass der junge Mann lediglich das anstehende Mordwerkzeug ausspricht keinerlei Hintergrundinformationen gibt. So taugt er weder als Identifikationsfigur, noch als furchteinflössender Killer, denn er schlägt relativ kurzfristig zu und geht ansonsten jeder Konfrontation aus dem Weg. Zwischenzeitlich taucht er sogar recht lange unter, um schließlich zum Showdown noch ein wenig Blut fließen zu lassen.

Da jene Szenen überwiegend am Rechner zusammengebastelt wurden, ist das Ergebnis alles andere als überzeugend. Zwar gibt es eine horizontale und eine vertikale Körperteilung, eine abgetrennte Hand und eine Axt im Schädel, doch die Ableben verfehlen ihre Wirkung aufgrund unecht aussehender Effekte. Zudem mangelt es zum Finale deutlich an Drive, zumal die Handlung recht abrupt endet und eine mögliche Fortsetzung andeutet.

Diese möge uns bis auf weiteres erspart bleiben, denn allzu viel Talent schimmert bei Regiedebütant Stephen Scott nicht durch. Die Darsteller erledigen ihren Job zwar okay, es gibt zwei, drei kleine Nacktszenen und vielleicht drei, vier Momente zum Schmunzeln, doch für eine packende Horrorkomödie fehlt es an allen Ecken und Enden.
Flacher Humor mit Witzen auf Kosten von Minderheiten, viele Klischees am Filmset einschließlich des impulsiven Regisseurs, ein Killer mit schwacher Figurenzeichnung und minimaler Ausstrahlung und ein Drehbuch, welches komplett auf Überraschungen oder sonstige Kniffe verzichtet. Unterhält selbst anspruchslose Genrefans nur leidlich.
3,5 von 10

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