1495, 5.12.:
Ein in Ungnade gefallener Bischof (Huup Stapel) der katholischen Kirche macht zusammen mit einer Horde von Banditen die Gegend unsicher. Mit einem Schiff reisen er und seine Helfer von Dorf zu Dorf um zu plündern. Die Bewohner des Dorfes das der sadistische Ex-Kirchenmann und seine Helfershelfer diese Nacht heimsuchen haben die geforderte Beute vor ihre Türen gestellt. Doch trotzdem werden einige der Dörfler massakriert und einige Kinder verschleppt. Zurück lässt die Bande eine schriftliche Forderung welche Güter beim nächsten Mal bereitzustellen sind. Doch unter Leitung eines Mönches begehren die Dorfbewohner auf, bilden eine Bürgerwehr und stecken das Schiff der Verbrecher in Brand... .
1968, 5. 12.: Die Familie von Goert bereitet sich auf den Weihnachtabend vor. Doch während dieser im Stall des Bauernhofes nach den Schweinen sieht werden seine Eltern und seine drei Geschwister brutal ermordet...
Jetzt: Es ist der 5. 12. in Amsterdam und die ganze Stadt ist in Festagslaune. Doch der nun erwachsene Goert (Bert Luppes), der mittlerweile bei der Polizei arbeitet, ist überhaupt nicht in Festagslaune.
Hat er doch gesehen wer damals seine Familie ermordet hat: Nämlich kein Geringerer als der nun untote Bischof und dessen Söldner und nicht wie dann von den Behörden behauptet ein Landstreicher (der später angeblich Selbstmord beging). Und so hat Goert, dessen Kollegen ihn aufgrund seiner Behauptung eh für halbverrückt halten, in einem Bericht an seinen Vorgesetzten dann auch eine Verdopplung aller Streifen und Verbot aller Nikolausaktivitäten gefordert.
Doch stattdessen wird er zwangsbeurlaubt, was ihn aber nicht davon abhält sich auf den Ernstfall vorzubereiten. Wie von dem Komissar befürchtet tauchen in der nun folgenden Nacht die Untoten mitsamt ihrem Schiff wieder auf.
Denn die Wiedergänger erscheinen alle 32 Jahre wenn der Vollmond auf den 5. 12. fällt, um am Tage ihres Todes wieder Hunderte von Unschuldigen zu töten.
Zusammen mit den Teenager Frank (Egbert - Jan Weeber), dessen Freunde den untoten Schlächtern zum Opfer gefallen sind, nimmt Coert den Kampf gegen die Monster auf... .
In den Niederlanden bringt laut der Legende Sinterklaas die Geschenke. Begleitet wird er hierbei von seinen Helfern, den Zwarten Pieten. Unartige Kinder werden vom Sinterklaas in den Sack gesteckt und nach Spanien, wo dieser wohnt, gebracht.
In Dick Maas Film von 2010 ist der Sinterklaas aber kein netter Geschenkebringer, wie aus der obigen Angabe sichtbar wird. Maas liefert mit Sint (OT) einen Weihnachtshorrorfilm ab der durchaus an Carpenters The Fog erinnert. Doch der Regisseur von Verfluchtes Amsterdam und Fahrstuhl des Grauens serviert hier eine eigenständigen Film der von Anfang an keine Langeweile aufkommen lässt und es von der Handlung, den Charakteren und den Effekten locker mit Produktionen aus den USA aufnehmen kann.
Natürlich liefert Maas hier auch wieder einiges an schwarzen Humor was dem Film aber nicht schadet und den Horrorfaktor keineswegs schmälert.
Es werden auch einige interessante Handlungspunkte aufgegriffen:
So wissen z. B. die oberen Behörden vom Treiben der Untoten aber anstatt die Armee oder die Polizei in den Kampf gegen die wandelnden Leichen zu schicken wird versucht das Ganze unter den Teppich zu kehren in der Hoffnung das der Spuk irgendwann von alleine aufhört.
Obgleich Sint ein Zombiefilm ist haben diese Untoten nichts mit den üblichen Zombies gemein: Sie sind intelligent, bewaffnet (Schwerter, Äxte und Speere) und essen ihre Opfer nicht (was sie aber keineswegs weniger gefährlich macht).
Hier handelt es sich um Revenants (französich für Gespenst). Allerdings liegt die Bedeutung dieses Wortes darin, jedes Wesen, das nach langer Abwesenheit von den Toten zurückkehrt, zu beschreiben. Revenants sind Geistern ziemlich unähnlich da Jahrzehnte, ja Jahrhunderte vergehen können ehe diese Kreaturen erscheinen und dabei vollständig wie zu Lebzeiten gekleidet sind. Mit der Figur des untoten abtrünnigen Kirchenmannes (man beachte das umgedrehte Kreuz auf dessen Bischofshut) hat Maas einen richtig fiesen Kerl geschaffen.
Der nach seinem Tod nun ziemlich angekokelte Ex-Bischof Niklas ist hoch zu Pferde (ebenfalls untot) unterwegs, wirkt wie der Vorfahe von Freddy Krueger (hat aber zum Schlitzer aus der Elm Street keinerlei Text), liefert sich schon mal eine Verfolgungsjagd mit der Polizei über die Dächer der Stadt (hoch zu Pferde, versteht sich) und nutzt seinen Bischofsstab u. a. um einen Polizisten einen Kopf kürzer zu machen.
Obgleich mit einer FSK 16 versehen bietet Sint durchaus einige Splattereffekte (wobei diese niemals zum Selbstzweck verkommen). Gerade die Szene wo Niklas die Kinderabteilung des örtlichen Krankenhauses heimsucht kommt ganz ohne Gore und Splatter aus was das Ganze nicht weniger erschreckend macht, da hier auch Kinder dem Bösen zum Opfer fallen.
Die dt. DVD hat eine sehr gute Synchronisation und enthält als Extra noch ein Making-of sowie einen Trailer. Neben Christmas Evil und Silent Night, Deadly Night ist Sint ein weiterer sehr guter Horrorfilm mit Weihnachtsthematik (oder umgekehrt). Eine Ausleihe ist hier in jedem Fall angebracht.
(10/10)