Review

Gestern TRUE GRIT gesehen.
Ich hab den von der ersten bis zur letzten Minute genossen.

Das kleine toughe 14 jährige Mädchen heuert den abgehalfterten Marshal Rooster Cockburn an, damit er den Mörder ihres Vaters zur Strecke bringt.
Sie will ihn hängen sehen. Es schließt sich noch ein Texas-Ranger an, der dem Galgenvogel auch auf den Fersen ist. Der Bösewicht hat sich einer Bande angeschlossen und ist ins Indianergebiet geflüchtet.

So ultratief geht die Geschichte gar nicht, keine großen Verstrickungen, sehr übersichtlich.... aber es langt massig.
Die Coen- Brüder haben hier echt schwer authentisch zugelangt. Mit größter Liebe zum Detail, angelehnt an die dreckigen Western der 70/80er Jahre, in denen nicht mehr der strahlende Cowboyheld glorifiziert wurde, sondern dreckig und heruntergekommen, verstaubt und mit unangenehmen Manieren ausgestattet, wurde gearbeitet.

Alle, wirklich alle Darsteller waren großartig.
Allen voran Jeff Bridges als Rooster Cockburn, der einen versoffenen Raufbold spielte, der zufälligerweise irgendwann einmal auf die richtige Seite des Gesetzes gefallen war.
Man konnte gar nicht mehr unterscheiden zwischen gut und böse, irgendwie waren die Guten oft fies und gemein, und die Bösen oft charmant und nett.
Gut gefallen hat mir endlich mal Matt Damon als untadeliger Texasranger, den eigentlich keiner ernst nahm.
Auch ziemlich knorrig und eigen, aber immer gute Umgangsformen, ein Gentleman- Lawman.
Sonst finde ich Matt Damon immer so nichtsagend, aber hier ganz große Leistung.
Der Bösewicht, der für alles verantwortlich ist, wird von Josh Brolin gespielt.
Man denkt, der wäre ein wirkliches Untier, was man so hört, sieht man ihn dann das erste mal im Film, wirkt er doch eher sympathisch wie ein geschlagener Hund.
Und verhält sich auch so.
Die richtige Gangsterbande, seltsamste Typen, in Berlin würde ich sagen, das sind Obdachlose mit Pferden, so runtergekommen, nimmt den Bösewicht gar nicht ernst, da er ja nur ein Landarbeiter auf der Flucht vorm Gesetz ist.
Zum Schluß ein Fast-Happyend. Filmabschluß dann eher etwas traurig, aber der Realität sehr nahe.

Die Coens haben einen hervorragenden Endzeit- Western abgeliefert.
Detailgetreu dem Genre entsprechend, mit der passenden Stimmung, irgendwie nicht Coen-mäßig und trotzdem bestens gelungen. Jeff Bridges war wie eine Art John Wayne in Gammelklamotten. John Wayne hat auch kultivierter gesoffen, Bridges hat einen alten Trinker gespielt. Der skurrile Witz der Coens ist trotz aller Genre Treue aber nicht zu kurz gekommen.

Bester Film des Jahres 2011!!!
(bis jetzt, aber es wird schwer für andere) 10 von 10

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