Review

Von echtem Schrot und wahrer Schneid


Den "Dude" hat er ja bereits gespielt, der Jeff Bridges, vielleicht mimt er ihn auch noch ein zweites Mal - hier ist jetzt aber erstmal dieser "Duke" dran gewesen: angeblich wird man im fortgeschrittenen Alter ja auch zunehmend konservativer
"True Grit", der erste meiner Meinung nach sehenswerte Coen seit "The Man Who Wasn't There" - das letzte Jahrzehnt der Brüder war mehr oder weniger ein Totalausfall für mich -, mag für deren Verhältnisse (wieder) zu kommerziell ausgerichtet sein, und so auch eher uninteressant, erzählt dafür aber eine sehr schöne, sehr menschliche Geschichte um Sinn und Unsinn von Vergeltung und Rache in einem immer noch ziemlich wilden Westen.
Einer Welt, wo Marshalls versoffene, schießwütige Räuber sein können, aber mit einem guten Herz ausgestattet, spätere alte Jungfern sich bereits früh dämmern, und die Banditen so schlechte Zähne haben und krank um die Augenlieder aussehen, dass sie einem schon wieder leid tun mögen während einem beiläufiger Rassismus praktisch wortwörtlich auf Schritt und Tritt begegnet.

Liebe- und humorvoll ist "True Grit", das die Geschichte einer selbstbewussten, auf Rechtschreibung bedachten 14-Jährigen erzählt, die im Alleingang Genugtuung für den Mord an ihrem Vater sucht. 
Trotz all seiner schnell aufkommenden Brutalität und Vorstellung von deren Gefahren verklärt der Film seine Szenen und Figuren am Ende vielleicht doch etwas zu sehr, aber wirklich übel möchte ich ihm das auch nicht nehmen.
Mit Matt Damon. Produziert von Steven Spielberg. Kamera vom Deakins

Rating 8.0

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