Der Vater der 14-jährigen Mattie Ross ist von einem Schurken namens Chaney ermordert worden. Sie engagiert den heruntergekommenen, versoffenen Marshal Cogburn, um den Bösewicht zu jagen und sich dann rächen zu können. Den beiden schließt sich der Texas Ranger La Boeuf an, der es auf das Kopfgeld abgesehen hat. Die drei machen sich auf die Hatz nach dem Gesuchten durch gefährliches Indianer-Territorium ...
Tja, liebe Coens, hattet ihr keine Lust oder woran lag's? Dieses Remake eines John Wayne-Western aus dem Jahre 1969 ist nicht sonderlich originell geraten. Weder ist die Handlung durch die Coen-typischen tragischen Fehlentscheidungen/-einschätzungen der Charaktere motiviert/vorangetrieben, wofür gerade ihr Debut BLOOD SIMPLE das beste Beispiel ist, noch sind die Figuren widersprüchlich oder skurril. Auch die Dialogführung ist voraussehbar und es fehlen die absurden, kaum vorhersehbaren Handlungsverläufe, für welche die Coens bekannt sind. Insofern ist der Film also unglaublich konventionell, mit völlig linearer Handlung. Das ist alles solide gemacht und gespielt, keine Frage, aber der Funke will einfach nicht überspringen, der Film wirkt wie eine x-beliebige, recht spannungsarme Hollywood-Produktion.
Auch möchte man dieser Göre jedes Mal eine Ohrfeige verabreichen, wenn sie vorlaut Erwachsene mit den Worten eines gewieften Winkeladvokaten rechtliche Sachverhalte erläutert. Und das tut sie oft. Zu oft. Dass im ganzen Indianergebiet noch nicht einmal eine einzige bösartige Rothaut auftaucht, ist auch eine Enttäuschung. Schade, einfach nur Mittelmaß.
5/10