„Lethal Weapon 4“ bringt die stahlharten Profis zum vorerst letzten Mal auf die Leinwand – natürlich in gewohnt explosiver Form.
In der Pre-Credit-Sequenz müssen Martin Riggs (Mel Gibson) und Roger Murtaugh (Danny Glover) einen Amokläufer aufhalten, der mit MP und Flammenwerfer Verwüstung anrichtet. Im Angesicht des Todes kommt heraus, dass sowohl Riggs` Freundin Lorna (Rene Russo) als auch Murtaughs Tochter Rianne (Traci Wolfe) schwanger sind, obwohl beide die Geheimnisse voreinander geheim halten sollten. Der Anfang zeigt es schon: „Lethal Weapon 4“ ist spektakulärer als die vorherigen Teile, aber dafür haben die stahlharten Profis ein wenig an Flair eingebüßt. Aber trotzdem ist der Anfang top: Der Aufwand ist gigantisch und die Action reißt den Genrefan vom Hocker. Zudem wird mal wieder Comedy eingestreut: Murtaugh muss in der Unterhose den Attentäter ablenken etc.
Neun Monate später: Bei einem Angelausflug mit ihrem alten Kumpel Leo Getz (Joe Pesci) treffen Riggs und Murtaugh auf einen Frachter, der Chinesen schmuggelt. Riggs kann das Schiff fast im Alleingang übernehmen, aber der Kapitän der Schmuggler kann entkommen. Schon nach kürzester Zeit die nächste Actionsequenz, durch den Frachter, der an der Küste bildgewaltig auf Grund läuft, noch spektakulärer. Mal wieder geht Murtaughs Habe zu Bruch und auch dieses Mal ist die Action recht witzig inszeniert (z.B. der Hai). Außerdem bietet dies nach der Appetizer-Action vom Anfang den echten Start in die Geschichte.
Gleichzeitig wird der örtliche Triadenboss Benny Chan (Kim Chan) mit Pässen für gefangene Triadenmitglieder beliefert. Zum Dank und zur Spurenbeseitigung lässt er den Überbringer von dem eiskalten Triadenkiller Wah Sing Ku (Jet Li) beseitigen. Mit „Lethal Weapon 4“ gibt Jet Li ein furioses Hollywooddebüt: Zwar ist der nur der Bösewicht, aber er kämpft gewohnt spektakulär und ist auch noch erstaunlich fies.
Als Murtaugh aus Mitleid die Hongs, eine der aus China geschmuggelten Familien, bei sich aufnimmt, gerät er ins Visier der Triaden, die es aus ungeklärten auf die Hongs abgesehen haben. Doch die beiden Cops haben auch noch ein Wörtchen mitzureden und sagen den Triaden den Kampf an...
„Lethal Weapon 4“ ist eine Art Familientreffen: Alle Charaktere sieht man wieder, sogar den genervten Chef der beiden oder die zickige Polizeipsychologin. So muss man keine Angst um echte Sympathieträger haben; der einzige „bedauernswerte“ Verlust wird auch nicht besonders dramatisch dargestellt. Die wenigen Updates sind nur oberflächlicher Natur: So wurde z.B. Mel Gibson dieses Mal eine menschliche Frisur verpasst etc. Auch bei Richard Donners Regie und der sonstigen Machart (z.B. der wie immer tolle Instrumentalsoundtrack) ist der vierte Teil ganz klar „Lethal Weapon“.
Die Story dient größtenteils dazu die extrem aufwändigen Actionszenen zu verbinden – ähnlich wie in Teil 3, wobei es hier weniger Parallelhandlungen gibt. So hält sich die Spannung in Grenzen, aber trotzdem wird „Lethal Weapon 4“ nie langweilig.
Die Action bietet den gewohnten Mix aus Shoot-Outs, Kämpfen, Stunts und Verfolgungsjagden wie die anderen Filme der Serie. Zwar wurden die Schießereien etwas zurückgefahren, im Gegenzug aber die Kämpfe ausgebaut und mit Martial Arts angereichert. Dabei ist die Action mit einem Hang zur Gigantomanie inszeniert worden: Da explodiert eine komplette Tankstelle, da rast ein Wagen durch ein Hochhaus etc. So fehlt ein wenig das alte Flair, auch wenn die Action einem den Atem stocken lässt.
Der Humor ist ungefähr so wie in Teil 3 und etwas klamaukiger als in der ersten beiden Filmen. Trotzdem kann man immer wieder über den Wortwitz in den Gesprächen lachen, zumal den beiden der US-Komiker Chris Rock als junger Sergeant Butters zur Verfügung gestellt worden, der keifend und kalauernd überdrehten Humor á la Eddie Murphy in den Film bringt.
Die Bösewichte sind überzeugend und mal wieder ganz anders als in den anderen Filmen der Serie. Nach Söldnern, Faschisten und Waffenhändlern kriegen dieses Mal die Triaden den Arsch voll. Auch wenn Kim Chan dieses mal mit Nachnamen Chan und nicht Tong heißt, so spielt er doch seine Onkel Benny Rolle aus „Corruptor“ noch einmal. Jet Li sagt kaum was (was auch an seinen mangelnden Englischkenntnissen liegen dürfte), aber kämpft umso furioser und ist schön eiskalt.
Die Schauspieler sind gewohnt gut und spielen zwar nicht Oscarreif, aber launig. Zu den einzelnen Leistungen muss man nicht viel sagen; nur die Tatsache, dass Joe Pescis Charakter sogar mal ein paar ernsthafte Züge hat, sollte erwähnt werden. Gibson und Glover sind wie schon zuvor ein Superteam zwischen dem die Chemie schlicht und einfach stimmt.
„Lethal Weapon 4“ ist ein konventioneller, aber sehr spektakulärer Action-Comedy-Spaß, der ein wenig das alte Flair missen lässt, aber dennoch eine in jeder Beziehung gelungene Fortsetzung darstellt.