Und sie waren doch noch nicht zu alt für diesen Scheiß! Als nach „Lethal Weapon 3“ keiner ernsthaft mehr mit einer Fortsetzung rechnete, erschien 1998 tatsächlich ein vierter Teil, der alle liebgewonnen Figuren vor bzw. hinter der Kamera noch einmal versammelte. Eigentlich kann da ja nix schief gehen, leider wurde es doch nicht der ganz große Abschluss einer großartigen Reihe.
Für Kenner der ersten drei Filme dürften die ersten zehn Minuten gleich das wahre Highlight sein. Riggs und Murtaugh im Kampf mit einer lebenden Fackel, anschließend die Hühner-Aktion von Murtaugh, die echt zum totlachen ist und dann noch ein wahres pyrotechnisches Meisterwerk, als ein ganzer Truck mit einer Tankstelle in die Luft fliegt. Die drauf folgende Boots-Tour ist auch noch ganz gelungen, leider geht dem Film daraufhin total die Puste aus. Riggs und Murtaugh werden zu Captains befördert, beide werden Vater bzw. Großvater und das Großmaul Lee Butters soll für frischen Wind sorgen. Leider wird der von Chris Rock gespielt, welcher das Wort „Nervensäge“ normalerweise quer über die Stirn tätowiert hat, sodass er einem auch hier bloß noch auf den Geist geht. Ein ziemlich unverständlicher Zug der Produzenten und Autoren, denn die liebgewonnene Nervensäge aus dem zweiten und dritten Teil, Joe Pesci ist ebenfalls mit an Bord und hätte locker gereicht.
Eine ausgetüftelte Story durfte man natürlich nicht erwarten, sodass man eine recht einfallslose Geschichte um chinesische Einwanderer, die illegalen Drahtzieher und Falschgeldpresser geboten bekommt, die immerhin durch Jet Li aufgewertet wird, der als Oberschurke zwar nicht viel sagen muss, aber mit seiner Kampfkunst Punkte sammeln kann, des weiteren hat er einen der härtesten Abgänge der ganzen Reihe. Ärgerlich klischeebehaftet ist die Darstellung der Chinesen, die allesamt entweder illegale Einwanderer oder Triadenmitglieder sind und ständig für Witze herhalten müssen.
Zumindest in Sachen Action schlägt „Lethal Weapon 4“ alle vorhergehenden Teile, neben den wirklich spektakulären Anfangsexplosionen sticht eine lange Verfolgungsjagd auf einem Highway mit Fahrt durch ein Hochhaus heraus, die toll inszeniert wurde, aber selbstverständlich jeder Glaubwürdigkeit entbehrt. Trotzdem bekommt das Auge für das gewaltige Budget von 140 Mio. Dollar insgesamt genug geboten.
Gibson und Glover glänzen natürlich wieder als ungleiches Gespann, obwohl es für Gibsons fehlende Haarmähne ein fettes Minus in Punkto Atmosphäre gibt. Zumindest eine kleine Anspielung darauf hätte man sich erlauben können, ansonsten sind die Dialoge zwischen den Beiden witzig wie eh und je, doch über allem liegt irgendwie eine wehmütige Stimmung, denn die beiden sind vom Aussterben bedrohte Dinosaurier ihres Fachs, was auch für das Genre Buddy-Movie gilt, das heutzutage wenig erfreuliches hervorbringt und wenn, dann ist das höchst familientauglich.
So gerät auch der Abspann mit Fotos der Dreharbeiten zu einem recht sentimentalen Abschied der „Lethal Weapon“-Reihe, die wohl nicht fortgesetzt wird, denn das gewaltige Budget konnte zumindest in den USA nicht eingespielt werden und Gibson dürfte heute schwer zu bezahlen sein. Trotzdem gibt es Wunder immer wieder, man darf sich also überraschen lassen. Eine andere Frage ist, ob ein weiterer Teil den Erwartungen überhaupt noch standhalten kann, denn der vierte Teil ist zwar nicht schlecht und durchweg routiniert inszeniert, aber die beiden Cops wirken schon deutlich müder und der Esprit der früheren Teile fehlt einfach. Deshalb sollte man es ruhen lassen und auf eine der besten Action-Reihen, die das Kino je hervorgebracht hat, umso mehr stolz sein.