Ein S.W.A.T. -Team bildet die Speerspitze bei der regionalen Terrorbekämpfung und kann so manche Geiselnahme unblutig beenden, - davon könnte man sich hierzulande ein Beispiel nehmen, vor allem in Sachen technischer Versiertheit.
Mittlerweile wurde der Stoff um die Spezialeinheit einige Male verfilmt, zuletzt mit Samuel L. Jackson in der Hauptrolle. Hier geht es nicht ganz so cool zu, dafür aber recht temporeich und phasenweise spannend.
LAPD- Cop Paul Cutler (Gabriel Macht) soll in Detroit einige Jungs für ein spezielles Zertifikat ausbilden, als sein Team zu einer Geiselnahme gerufen wird. Walter Hatch (Robert Patrick) bedroht augenscheinlich seine Geliebte, doch er wird überwältigt. Allerdings bringt sich daraufhin seine Gespielin um, woraufhin Hatch Rache schwört und ein perfides Spiel mit Cutler und seinem Team einläutet…
Zunächst konzentriert sich der Stoff stärker auf die Elemente der Ausbildung, mit Sporteinheiten, Schießtraining und Testdurchläufen auf einem Fabrikgelände. Die Individuen des Teams erscheinen dabei fast durchgehend sympathisch, da das Geschehen ab und an durch freche Kommentare aufgelockert wird und auch Cutler als Identifikationsfigur einen passablen Part abgibt. Sein Gegenspieler nimmt allerdings eine vielschichtigere Position ein, da zwar rasch klar wird, weshalb er diverse Aktionen durchführt, jedoch nicht, woher die mannigfaltigen Fertigkeiten hat, um einige Fallen zu basteln oder einen Anruf unverfolgbar zu machen. Ferner könnte der Kerl jederzeit zuschlagen, was die Situation für das Team von Cutler unberechenbar gestaltet.
Zwischendurch wird die Gruppe zu realen Einsätze gerufen, bei denen es gilt, drei Geiselnehmer in einem Supermarkt dingfest zu machen und Cutler macht sich behutsam an die hübsche Polizeipsychologin heran, was minimal Tempo heraus nimmt, wobei ansonsten viel Bewegung im Spiel ist.
Hinzu kommt noch ein kleines Eye-Candy in Form von Shannon Kane, die als toughe Ausbilderin etwas später zum Team stößt und den Typen ein wenig den Kopf verdreht.
Auf darstellerischer Ebene hat man mit Gabriel Macht und Robert Patrick zwei routinierte Mimen an Bord, die beide Charisma mitbringen und überzeugend performen, während der Rest des Cast ebenfalls glaubwürdig rüberkommt.
Handwerklich lässt sich Regisseur Benny Boom auf keine Experimente ein, sondern probiert allenfalls mal eine Zeitlupe aus (die berühmten flying bullets), bleibt ansonsten aber dicht bei den Figuren und liefert ein phasenweise zackig anmutendes Treiben ab.
Der Showdown bietet letztlich nicht allzu viele Überraschungen, - ein paar eher unauffällige Fights, einen Wettlauf gegen die Zeit und eine Explosion, die jedoch genügend Aspekte für Actionfans bieten.
Und solche dürften bei diesem Streifen auch bedenkenlos zugreifen, da im Gesamtbild viel Bewegung im Spiel ist, die Figuren weitestgehend sympathisch erscheinen und selbst nicht so spannende Sequenzen wie die Übungen unterhaltsam in Szene gesetzt sind.
Routiniert und nicht allzu originell, aber kurzweilig genug für eine Sichtung.
6 von 10