Wir sind es ja gewohnt, dass von guten asiatischen Filmen sofort ein US-Remake nachgeschoben wird - hier wird der Spieß einfach mal rumgedreht. Man kann aber nicht behaupten, dass "Tokyo Night" ein 1:1-Remake darstellt, sondern ein semi-offizielles Spin-Off, das Bezug auf den ersten Teil nimmt, wenn auch nur am Rande...
Die Story wird jetzt in Japan fortgesetzt und dort werden die Geschwister Koichi (Aoi Nakamura) und Haruka (Noriko Aoyama) von den bösen Geistern heimgesucht.
Es stellt sich eigentlich nur die Frage, ob man diesen weiteren Ableger empfehlen kann. Und von mir gibt es ein klares "Nein!"
Obwohl ich die beiden amerikanischen Pendanten (ja, auch den zweiten Teil) klasse fande, kann ich nichts mit dem Tokyo-Streifen anfangen.
Dies liegt eindeutig an der Ideen-Armut des Drehbuchs. Man muss Regisseur Toshikazu Nagae zu gute halten, dass er das Tempo etwas flotter anzieht und sich das bekannte mulmige Bauchgefühl schnell herstellt (Stichwörter: Salzberg, Glassprung). Dieses mulmige Gefühl wird aber spätestens zunichte gemacht, wenn bei den ersten Nachtaufnahmen (wieder einmal nur) Stufengeräusche zu hören sind, oder die Zimmertür aufgeht.
Es geht nach altbekannten Muster weiter, "Tokyo Night" versprüht zu keiner Zeit Eigenständigkeit. Selbst das andersausgelegte Finale mündet enttäuschenderweise in einer nicht endend wollenden Lachnummer, dass der Film zur totalen Farce verkommt.
Also, in meinen Augen kann man sich "Tokyo Night" selbst als "Hardcore-Fan" sparen, da er die sehr rar gestreuten Schockmomente 1:1 kopiert und gar nichts neues zu erzählen hat.
2/10