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Lieber in NY oder Rio…

Es gab eine Zeit, in der „Paranormal Activity“ das finanziell führende westliche Horrorfranchise war. Dermaßen erfolgreich, dass Hollywood sogar Spin Off-Rechte in den fernen Osten verkaufte, um die „Milch“ weiter fließen zu lassen. Japan lag bei der Reihe auch am nächsten, da es durchaus von Beginn an einige Parallelen zum und Anleihen am J-Horror-Subgenre gab. Dass dabei als Ergebnis und Nebenkriegsschauplatz aber ein dermaßen lustloser Murks entstehen sollte, daran dachten wohl nur die Wenigsten… „Paranormal Activity: Tokyo Night“ erzählt von einem Geschwisterpaar, die ein paar Tage alleine zuhause bleiben müssen und es selbstredend mit unheimlichen nächtlichen Geräuschen und Geschehnissen zu tun bekommen, die die brandneue Kamera des Bruders eher schlecht als recht aufnimmt…

Zu meinen liebsten Horrorreihen hat „Paranormal Activity“ noch nie gehört. Um es defensiv zu formulieren. Ich weiß noch, dass mein Verriss zum Original damals fast schon eine Welle des (Internet-)Hasses losgetreten hatte. Da gucke ich lieber zum hundertsten Mal „Blair Witch Project“, der diesen Pfad viel raffinierter und intensiver geebnet hat. Der Erfolg spricht aber für sich und es hat über ein Jahrzehnt (!) gebraucht, bis das Franchise nun langsam zu Grabe getragen wird. Zumindest hatten Teil 1 und 3 ihre Momente und Phasen, das will ich nicht leugnen. Aber „Tokyo Night“ ist ohne Wenn und Aber der Tiefpunkt und ein Flop. Da haben sich die Japaner echt nicht mit Ruhm bekleckert. Die besten Szenen aus dem ersten Teil werden nochmal aufgewärmt. Nun nur eben mit Japanern. Überraschungen gibt’s keine. Die Figuren bleiben Schablonen. Die Verbindung zum Original ist an den Haaren herbeigezogen. Die Darsteller bleiben blass. Die „Schocks“ sind alle samt laute Geräusche und miese Jumpscares. Die Atmosphäre ist steril und man ist null involviert. Egal ob an einem sonnendurchfluteten Sonntagnachmittag oder in einer stockschwarzen Nacht allein in der Wohnung. Das zieht nicht, das gruselt nicht, das interessiert nicht. Das wäre nicht nötig gewesen. Das hat keine Daseinsberechtigung. Das ist schlecht. 

Fazit: der wahrscheinlich schwächste Ableger einer ohnehin spärlich mit Highlights gesegneten Gruselreihe… „Tokyo Night“ hat gereicht, damit keine „Paranormal Activity“-Spin Offs mehr kommen. Wenn man ihn durchgestanden hat, weiß man warum. Ziemlich jämmerlich. Arme Auftragsarbeit. 

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