Review

Leider kenne ich nur "Prom Night 3 - The last Kiss" und kann somit keine wirklichen Angaben über die Entwicklung der Reihe machen. "Hello Mary Lou" ist jedoch ein solider Teil, der anstatt blutig - bizarr wie im dritten, hier eher moderat bei Bluteffekten ist; dafür aber mit einer guten Atmosphäre aufwarten kann.

Mary Lou ist eine Schönheit. Und Schönheiten wissen meist das sie jeden Mann haben können - und nehmen ihn. Tja Mary Lou hat jedoch Pech das ihr Ballnachtsbegleiter sie beim Koitus erwischt und aus Rache daraufhin bei ihrer Krönung eine Rauchbombe zünden will - was brennende Liebe ist, erfährt Mary Lou bald am eigenen Leib...30 Jahre nach ihrem schrecklichen Tod ist Ruhe in Hamilton High eingekehrt, Rektor Nodham (Michael Ironside), der für Marys furchtbaren Tod verantwortlich ist, hat einen Sohn der mit der schönen Vicky befreundet ist. Und diese findet in der schulischen Gerümpelkammer Mary Lous Überreste: ihren Umhang und die Krone. Doch mit öffnen der Truhe hat sie auch ihren Geist befreit, der sich Vickys Körper bemächtigt....nach und nach wird Vicky immer mehr Mary Lou, die nach Rache sinnt!

Insgesamt war ich positiv überrascht und hatte mir nach Gays Kritik einen wesentlich schlechteren Film vorgestellt. Natürlich kommt der Film nicht über das Mittelmaß hinaus, kann aber mit einigen netten Ideen aufwarten, auch wenn er bisweilen sehr offensichtlich bei "Nightmare" klaut. Denn Highlight des Filmes ist seine dichte Atmosphäre, welche sich nach einer halben Stunde etwas zähen Erzählflusses einstellt.

Mary Lous Geist ist zwar rachsüchtig, doch so tief sitzt ihr Hass dann doch nicht; denn der Bodycount ist marginal und die resultierenden Morde relativ blutarm, wenn auch bisweilen slasherfilmbedingt kreativ. Zweifelloses Highlight ist die Szene in der Mädchenumkleidekabine, die nach anfänglichem lesbischen Gefummel in einem kleinen "Freddy" - artigen Katz und Maus spiel endet; natürlich wird dieser blutige Mord durch fiesen Humor begleitet.

Aber diese Parallelen sind ZU offensichtlich; neben dem Schlußgag gibt es "Nightmare" hier und "Freddy" da.
Die auf einer Schieferntafel kratzende Krallenhand weicht einer rotlackierten Flosse, auch die Traumszenen und Rückblenden erinnern sehr an das krügersche Treiben. Dennoch sind diese Szenen sehr stimmig gemacht und tragen viel zur Atmosphäre bei. Ein notweniges Übel: die schrillen 80er Jahre Kleidung und Kostüme. Jedenfalls ist die Musik im Film okay.

Die Darsteller machen einen routinierten Job, leider kommt Michael Ironside aus seinem Nebenpart nicht heraus und viel Platz wird ihm auch nicht eingeräumt. Vicky / Mary Lou machen da eine bessere Figur. Vor allem Cindy Prestons Vorgängerin ist in ihrer Darstellung der rachsüchtigen Mary Lou besser, weil glaubhafter. Zwar kann sie nicht mit den Vorzügen der blonden Darstellerin aufwarten, die in der besagten Duschszene nackig rumläuft, aber macht nichts. Auch die restlichen Darsteller sind annehmbar, wenn auch nur oberflächlich gezeichnet.

Den Film durchzieht ein perfider Humor, welcher sich in Zitaten wiederspiegelt (Vickys Verwandlung wird ähnlich der im "Exorzisten" gleichgesetzt), die Darsteller nehmen sich bisweilen selber nicht ernst und siehe da: einige Jahre vor "Final Destination" haben die Macher schon bekannte Genregrößen wie Carpenter, Craven und Co. durch Titulierung der Charaktere ein Denkmal gesetzt. Doch ist der Film selber relativ ernst und der Humor verkommt hier nicht zur Blödelei wie in Teil 3.

Fazit: "Prom Night 2" für Slasherfreunde ob des geringen Bodycounts weniger zu empfehlen, Fans der Reihe werden jedoch zufrieden sein.

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