Drive Angry 3D – Fahr zur Hölle – Filmkritik
Story:
Als der verstorbene Schwerverbrecher John Milton (Nicolas Cage) nach seinem Ableben zur Hölle fährt, wird er dort als Strafe für seine Sünden auf Ewigkeit mit dem Durchleben schrecklicher Ereignisse aus Vergangenheit und Gegenwart konfrontiert. Als er eines Tages erfährt, dass seine Tochter von einem Satanisten-Sekte getötet wurde und ihr neugeborenes Kind als Opfergabe für ein Ritual dienen soll, bricht John Milton aus der Hölle aus, um das letzte noch lebende Familienmitglied vor dem Tod zu retten. Dem Teufel aber gefällt es gar nicht, dass es jemand geschafft hat, aus seinem Reich auszubrechen und so hetzt er Milton den „Buchhalter“ (William Fichtner, „Prison Break“) auf Fersen, der ihn wieder zurück in die Hölle bringen soll. Doch so leicht lässt sich Milton von seinem Vorhaben nicht abbringen. Unterstützung erhält er dabei von der Kellnerin Piper (Amber Heard, „The Stepfather“), die er vor ihrem gewalttätigen Verlobten gerettet hat.
Kritik:
„Drive Angry 3D – Fahr zur Hölle“ stellt nach dem 2009 Remake von „My Bloody Valentine“ den zweiten in 3D gefilmten Film des Autor / Regisseur – Gespanns Todd Farmer (Jason X) und Patrick Lussier dar und ist dem zurzeit angesagtem Genre des Exploitation/Trash anzusiedeln. Auch hier wird den unbeschwerten Actionfilmen aus den 80ern Tribut gezollt und sämtliche Klischees die diese Filme ausgezeichnet haben überspitzt in die heutige Zeit verfrachtet.
Und meiner Meinung nach ist dieses Konzept wirklich gut aufgegangen. Es ist heutzutage sehr selten geworden, dass es ein Film ins Kino schafft, der uns an die anspruchslosen, aber zutiefst unterhaltsamen Actionfilme erinnert, mit denen wir aufgewachsen sind. Die Macher wollten nicht mehr und nicht weniger, als die Zuschauer 90min Spaß haben zu lassen, ohne groß nachdenken zu lassen. Und dazu braucht es keine ausgeklügelten Charaktere oder eine tiefgehende Story. Dieser Film war vom Gefühl her beim Kinobesuch das, was ich beim Sehen von Piranha 3D vermisst habe, der mich als Fan des Original-Piranhas von 1978 zutiefst enttäuscht hat und den ich als gewaltverherrlichenden, sexistischen und humorlosen Unfug abgetan habe, obwohl das Ziel der Filmemacher bei beiden Filmen das Gleiche war.
Nun aber zum eigentlichen Film: In den 100min die der Film läuft, kommt zu keinem Punkt Langeweile auf. Zwar ist die Story an sich ziemlich belanglos und unspektakulär, aber das wird durch den enormen Einfallsreichtum des Autors kompensiert. Der Film nimmt sich trotz der Thematik zu keiner Sekunde ernst und statt Dramatik regieren hier knallige Actionszenen und zynische Sprüche. Nicolas Cage gefällt in der Rolle des verdammten Racheengels mit Coolness und Kaltblütigkeit und Amber Heard ist als taffer Sidekick mehr als nur ein optisches Beiwerk. Das absolute Highlight stellt allerdings der von William Fichtner dargestellte „Buchhalter“ dar, quasi ein Kopfgeldjäger aus der Hölle. Mit stoischer Ruhe und stets berechnend tut er alles, um sein Ziel zu erreichen, auch wenn er dabei die halbe Stadt in Schutt und Asche legt. Sehr schön war es auch, den 80er Jahre Kultstar Tom Atkins (Halloween 3, Nacht der Creeps, The Fog) als fluchender Polizeichef mal wieder auf der großen Leinwand zu sehen. Der Mann versteht sein Handwerk nach wie vor.
Von der Inszenierung her gibt es meiner Meinung nach wenig zu kritisieren. Die Actionszenen sind klasse gefilmt und die Autostunts wissen zu gefallen. Auch hat dieser Film endlich mal wieder einen richtigen actionreichen Showdown, etwas was heutzutage nicht mehr so oft zu finden ist. Ein Wort noch zu der Gewaltdarstellung des ab 18 Jahren freigegebenen Films. Natürlich hat dieser Film einige gewalttätige Szenen, aber es wäre falsch, Drive Angry nur darauf zu reduzieren. Ich habe in den letzten Monaten Filme wie Piranha 3D und die SAW Fortsetzungen dafür kritisiert, dass es dort nur noch um bloße Gewalt geht, als ob die Macher sich zuerst grausame Tötungsszenen ausdenken und darum eine dünne Story spinnen (In Piranha 3D war es laut Autor und Regisseur Alexandre Aja in der Tat genauso). Drive Angry aber kommt nicht so plump daher und da der Ton des Films stets humorvoll ist, ist daran absolut nichts Verwerfliches. Zwar wird in den Gewalteffekten zumeist mit Computer-Effekte nachgeholfen, aber damit muss man heute leider lernen zu leben.
Positiv anzumerken ist in dem Film, dass er im Gegensatz zu den meisten anderen 3D Filmen auch sehr gut noch in 2D zu ertragen ist. Die meisten 3D Filme werden heutzutage leider unter dem „Style over Substance“ – Motto gedreht und den Machern scheint es bloß um die optischen Effekte zu gehen und der Inhalt ist völlig egal (My Bloody Valentine, Saw 3D, Final Destination 4). In Drive Angry sind die 3D Effekte bloß ein nettes Gimmick und erinnern an die Effekte von 3D Filmen aus den 80er Jahren, wie zum Beispiel „Der Weiße Hai 3D“ oder besonders „Freitag der 13. 3D“.
Mir fällt eigentlich wenig Negatives zu dem Film ein. Ein Kritikpunkt ist sicher der, dass der andere Oberbösewicht, der Anführer der Satanisten-Sekte, gegen den „Buchhalter“ sehr blass erscheint und insgesamt keinen bleibenden Eindruck hinterlässt. Zwar ist er ein totales Ekel, ist aber eher ein einfacher Klischee-Bösewicht aus dem 1x1 der Filmbösewichter und erinnerte mich stellenweise an eine fiesere Variante aus Thomas Gabriel aus „Stirb Langsam 4“, der ebenfalls sehr vergesslich warNatürlich hat der Film noch einige Macken mehr, aber man muss sich eben vor Augen führen, dass es sich um ein lupenreines B-Movie handelt, also einen bewusst zweitklassigen Film. Und lässt man sich darauf ein und hat eine Vorliebe für solche Filme, steht einem Kinobesuch nichts mehr im Wege.
Action: OOOOO
Spannung: OOO--
Humor: OO---
Anspruch: -----
Gewalt: OOO--
Erotik: O----
Gesamt: OOOO-