Direkt aus der Hölle!
Mit "Drive Angry" meldet sich Nicolas Cage eindrucksvoll im Action-Business zurück. Und diesmal weiß sogar die Story von grundauf zu gefallen, da sie einfallsreicher und anders ist als die Stories, die man aus anderen Actionfilmen, in denen sich alles hauptsächlich um Selbstjustiz dreht, kennt.
Jedoch ist auch "Drive Angry" nicht völlig frei von der "Rachethematik" - nur wird hier anders damit umgegangen.
John Milton (Nicolas Cage) ist zwar seit Jahren tot, doch das hindert den Schwerkriminellen keineswegs daran, aus der Hölle auszubüchsen und sich an die Fersen einer satanischen Sekte unter der Führung des irrsinnigen Apokalyptikers Jonah King (Billy Burke) zu heften. Die haben nämlich nicht nur seine Tochter verführt und schlussendlich umgebracht, sondern wollen nun gleich noch seine kleine Enkeltochter auf den Opfer-Altar bringen, um so den Leibhaftigen auf die Erde zu rufen. Der ärgert sich derweil enorm über Miltons Ausbruch und hetzt ihm seine rechte Hand hinterher – den „Buchhalter“ (William Fichtner). Dem rätselhaften Höllenburschen fällt es leicht, der Spur der Verwüstung zu folgen, die Milton und seine Begleiterin Piper (Amber Heard) derweil angerichtet haben. Dann schaltet sich auch noch die Polizei ein – und das Trash-Chaos ist perfekt...
Wie schon oben erwähnt, sagt mir diese Story fast voll und ganz zu. Es geht zwar auch um "Selbstjustiz", jedoch wird das ganze Gebräu perfekt mit Anleihen aus dem Fantasy-Genre vermischt und nicht nur eine Person (Nicolas Cage) darf unter den irren Sektenanhängern aufräumen, sondern auch Amber Heard, die sich Milton (Cage) anschließt, und William Fichtner, der mir besonders in der TV-Serie "Prison Break" gefallen hat, dürfen dem Schwerkriminellen ein ums andere Mal helfend zur Seite stehen.
Der Film beginnt schon ziemlich furios: Einige Männer flüchten in ihrem Pickup vor einem wütenden Unbekannten - kein geringerer als Nicolas Cage. Nachdem dieser mit ihnen kurzen Prozess gemacht hat, steht für den Zuschauer eines fest: Das wird ein höllischer Trip. Und genau so fährt der Film fort!
Es gibt jede Menge blutige Schießereien, Menschen werden von Autos plattgefahren, Amber Heard und Nicolas Cage lassen die Fäuste fliegen, ein mysteriöser anzugtragender "Buchhalter" (William Fichtner) zeigt sein Können mit der Münze, und Billy Burke spielt den irren Sektenführer, der leider meist lächerlich und komisch wirkt als angsteinflößend und böse.
Das Manko neben dem nicht unbedingt böse wirkenden Billy Burke ist, dass die Shoot-outs sowie die meisten anderen blutigen Effekte viel zu leicht als "billige" CGI-Effekthascherei zu entlarven sind. Ich denke, dass diese Art von Effekten entweder noch nicht komplett ausgereift ist oder hier ganz einfach geschludert wurde - wer weiß!
Nichtsdestotrotz bleibt am Ende ein blutiger, dröhnender, sehr unterhaltsamer Actionfilm (mit leichtem Hang zum Fantasy-Genre), der durch den gewaltigen, an gute 80er-Actioner erinnernden Score doppelt fetzt!
"...aber nicht verbrennen..."
8,5/10