Es ist selten das es ein Regiesseur schafft sich von Film zu Film zu steigern, zwar sind die Filme des Patrick Lussier keine tiefgründigen zum denken anregenden Meisterwerke, doch kann man klar sehen das er sich von im Horror und Actiongenre einen Namen machen kann. Mit "My bloody valentine 3D" hat er zumindest schonmal einen grossen Schritt gemacht und mit dem hier nun vorliegenden Streifen " Drive Angry" dürfte er es wohl geschafft haben das ihm so manches Drehangebot gemacht wird.
Milton ( Nicholas Cage) ist in der Hölle...
er muss mit ansehen wie seine Tochter von dem Sektenführer Jonah King ( Billy Burke) getötet wurde und nun plant sein Enkelkind in einem satanistischen Ritual dem Teufel zu opfern...
Das ist genug denkt sich Milton und schafft es aus der Hölle zu fliehen. Auf der Jagd nach Jonah und seiner Sekte, lernt er die toughe Piper ( Amber Heard) kennen, nachdem er sie vor ihrem verlobten rettet, nimmt er sie mit auf seinen blutigen Rachefeldzug...
Doch nicht nur Jonah macht ihm das Leben nach dem Tode schwer, sondern auch ein geheimnisvoller Fremder der sich Buchhalter( William Fitchner) nennt ist ihm dicht auf den Fersen.
Actiontrash ist wohl das Wort das man verwenden kann wenn man an Drive Angry denkt. Aussufernde brachiale Action, wilde Verfolgungsjagden, oneliner folgt auf oneliner,knackiger Rockmucke, eine prise nackte haut und eine Story die keinen Blumentopf gewinnen wird... die perfekten Zutaten für einen no brainer welcher bei Actionfans für Freudenstürme sondergleichen sorgen wird.
Vergleichbar mit "Shoot em up" kommt hier niemals langweile auf und es bleibt so gut wie keine Zeit zum durchschnaufen.
Schon zu Beginn wenn Cage mit Schrottflinte bewaffnet diverse Körperteile vom Körper seiner Widersacher fetzt wird schnell klar das es im Film definitiv nicht zimperlich zur Sache geht. Die Action im Film ist gekonnt in Szene gesetzt und Lussier lässt es mehr als blutig zugehen, so ist der Bodycount extrem hoch und Leute mit Problemen bei Sichtung von Blut sollten einen Meilenweiten Bogen um diesen Streifen machen. Hier wird so ziemlich jeder Körperteil zerschossen oder direkt vom Körper getrennt. Zwar ist da zumeist Cgi im Einsatz aber daran dürfte man sich mittlerweile gewöhnt haben.
Zudem sind die Schiessereien gut inszeniert, so werden blaue Bohnen bei Verfolgungsjagden und sogar beim Sex durch die Luft gestreut. Vorallem die Sexszene hat Errinerungen an den bereits erwähnten " Shoot em up" geweckt und kann klar als eines der Highlights des Films gesehen werden. Der Showdown kommt ziemlich schick daher und man neben den fetten Shootouts diverse Explosionen erleben.
Doch nicht nur die Action überzeugt, auch der fantastische Cast weiss vollends zu überzeugen.
Nicholas Cage der in den 90er Jahren durch Filme wie Face/Off, Con Air und natürlich The Rock zum gefeierten Actionstar wurde, hatte es in den letzten Jahren durch diverse Flops nicht gerade leicht, so erfreulicher ist es das er in diesem Film so abfeiern kann wie schon lange nicht mehr.
Mit kultigen onelinern um sich schmeissend, in Lederkluft gekleidet und der Schrotflinte im Anschlag macht er den ganzen Film über eine gute Figur. Das er hinterm Steuer ebenso einen gute Figur macht, weiss man ja schon seit " nur noch 60 sekunden".
Amber Heard, welche man schon aus " All the boys love mandy lane" kennt, darf hier mal das genaue Gegenteil spielen und darf fluchen und sich als toughe Powerfrau auszeichnen, welche perfekt in den Explotation style des Films passt. Billy Burke als Sektenführer macht seinen Sache ebenso gut und schafft es die antisympathie zu schaffen die man braucht um als guter Bösewicht rüberzukommen. Doch die coolste und mit Abstand beste Leistung liefert hier wohl William Fitchner ab, der als Angestellter des Teufels voll in seiner Rolle aufgeht. So mancher Spruch seinerseits sorgt für Lacher und Freunde schwarzen Humors kommen ihr ebenfalls bestens auf ihre Kosten.
Dazu gibts dann noch einige bekannte Gesichter wie Tom Adkins, Christa Campell oder David Morse obendrauf auch wenn ihre Rollen eher klein sind.
Zwar wird nicht wirklich viel für die Charakterenwicklung getan aber das dürfte bei so einem Film doch nicht alzu stark ins Gewicht fallen.Diverse Logikfehler sollte man ebenso verzeihen. Das das ganze in 3D stattfinden ist zwar nicht schlimm aber naja gebraucht hätte man das wohl nicht, da es auch so genug knallt...
da wollte dann wohl wieder ein bisschen Geld mehr gemacht werden.
Fazit:
Ein Film der einfach nur Spass macht, ein Film bei dem die Freundin wohl aus dem Kopfshütteln nicht mehr rauskommen wird wie unrealistisch das ganze sei. Doch das ist egal Kopf aus und sich einfach berauschen lassen von diesem Nonstop Actioner... Zwar durch einige Fehler in Sachen Logik und durch das fehlen der Charakterentwicklung keine Bestnote aber für 8 Punkte reicht es hier auf jedenfall.