Source Code (2011)
... ist das zweite Werk von Regisseur Duncan Jones nach dem interessanten "Moon". Dieser war sicherlich nicht massenkompatibel und wird wohl eher ein Geheimtipp bleiben, doch sein neuer Sci-Fi Streifen "Source Code" wird sicher mehr Anklang finden. Mein Kurzfazit vorweg: der ausgeklügelste Sci-Fi Film seit "Inception" und mehr als einfach nur unterhaltend.
Zur Story werd ich hier so gut wie gar nichts verraten, daß würde dem Film viel nehmen. Nur ganz kurz: es geht um die Möglichkeit in die Geschehnisse der letzten acht Minuten eines Verstorbenen zu "Reisen". Die Story ist hoch spannend, da man erst nach und nach genaueres über das Verfahren und die Figuren erfährt. Anfangs ist man genau so ratlos wie die Hauptfigur und es macht Laune zu Sehen wie sich alles entwickelt. Zu dem viel gescholtenen Ende kann ich nur sagen - es erreicht genau das was der Regisseur erzeugen wollte. Ich war auch zuerst wie vor den Kopf gestoßen, aber irgendwie ergibt es doch einen Sinn. Genug Diskussionsstoff bietet "SC" durchaus, ich weiß nicht mehr wann ich das letzte Mal noch solange direkt nach dem Film am diskutieren war.
Der Film kommt mit wenigen Darstellern aus, aber die machen einen hervorragenden Job. Hauptdarsteller ist Jake Gyllenhaal (Jarhead) der in seiner Rolle total aufgeht und mir super gefallen hat. Sofort zieht er die Sympathien auf sich und man nimmt gerne an seinem Gefühlschaos teil - besser kann man das nicht umsetzen. Auch die beiden weiblichen Darstellerinnen M. Monaghan und V. Farmiga fügen sich exzellent ein und sehen auch noch gut dabei aus.
"SC" ist nicht nur ein reiner Sci-Fi Film mit möglichst vielen Effekten - nein ganz im Gegenteil. Effekte und Action sind rar gestreut und definitiv nicht der Mittelpunkt des Filmes. Neben der ja schon erwähnten sehr guten Story, gibt es auch etwas fürs Herz. Diese Szenen kommen auch ehrlich rüber und verleihen "SC" mehr Seele als anderen Sci-Fi Streifen.
Positiv ist auch die schon fast untypische knackige Laufzeit von 93 Minuten, die passt genau und lässt keinen Anflug von Langeweile aufkommen.
Der einzige negative Punkt sind einige wenige Unzulänglichkeiten innerhalb der Story. Die sind bei Filmen dieser Thematik zwar häufig anzutreffen, wären aber vermeidbar gewesen.
Noch zwei Tage nach dem Kinobesuch beschäftigen mich ungeklärte Fragen und der Verlauf des Filmes - das hatte ich so schon lange nicht mehr. Das zu erreichen schaffen nur ganz besondere Filme und "Source Code" ist einer der wenigen davon. Eine sehr spannende und facettenreiche Story, gepaart mit einer perfekte Besetzung und die Tatsache nicht alles zu erklären und dadurch Raum für Spekulationen zu schaffen, lassen "SC" zu einem Ausnahmewerk werden.
Bitte mehr davon 9/10