Review

Finten und Faulheit


Mit diesem Titel (in all seinen Schreibweisen) gibt’s eine Menge (Genre-/Horror-)Titel - von dem modernen Anthologiehalloweenklassiker von 2007 bis zum Heavy Metal-Horror von 1986. Dieser Oktobertitel kam ihnen aber 1982 zuvor und mixt sich ganz frech mit Zutaten viel größerer und besserer Filme sein kalorienarmes Slashersüppchen light. Ein wenig „Halloween“ und „He Knows You're Alone“, ein Stück von „Alone In The Dark“ und „April's Fools Day“ - fertig ist mit „Trick or Treats“ ein eher schwacher Ausflug am 31. Oktober, der für eine Babysitterin alles andere als angenehm verläuft - denn nicht nur ist das zu sittende Balg ein scherzender Nervtöter, sondern es ist auch ein rachlüsternder Killer aus der Psychiatrie ausgebrochen…

Dieser „Trick or Treats“ hat mit den schlechtesten Ruf all seiner Namensvetter, wodurch ich eine waschechte Gurke erwartet hatte. Diese habe ich zum Glück nicht bekommen. Oder immerhin zu einem appetitlichen Gurkensalätchen zusammengeworfen. Ich mag das sehr ausgeprägte Halloweenfeeling, die vielen Schauerattrapen und Witze, die unser „Babyboy“ auffährt. Egal wie sehr das die holde Maid in Gefahr fix nervt. Dazu kommt die letzte Einstellung aus dem Nichts und bleibt wirklich bitterböse und rabenschwarz hängen. Der Killer ist zudem noch wunderschön grenzdebil und vercheckt (wie er z.B. denkt er hätte den Jungen schon gekillt - köstlich!). Leider hapert's ansonsten doch noch an allerlei Ecken, was mir seine katastrophale Reputation dann immerhin nicht gänzlich weit hergeholt erscheinen lässt. Spannung will leider gar keine aufkommen. Nebenfiguren kommen und gehen wie Fähnchen im Wind, manchmal auch völlig ohne Auflösung oder Beitrag. Weird. Selbst der vom Intro aus gespannte Bogen hängt durch wie nasse Wäsche. Okay, kann man machen, muss man aber nicht. Zudem kann man durch die metergrossen Plotlöcher wunderbar Popcorn oder gar ganze Bierkästen werfen. Wirklich viel Sinn hat hier gar nichts, die Realität scheint teils ferner als bei Salvador Dali. David Carradine wird verschenkt. Dazu Strunzdialoge, pornöse Darsteller (eher von ihrem Talent als von ihrem Aussehen, leider) und ein mickriger, größtenteils erstaunlich unblutiger Bodycount. Das kann nicht halbwegs befriedigend sein. Für keinen. Dennoch, bei gedrosselten Erwartungen, keine komplette Kalle. 

Fazit: schwarze Komödie oder Slasher? Hommage oder Kopie? Halloweengag oder Fehlzündung? Bei „Trick or Treats“ ist der Grat schmal. Das böse Ende und ein paar schöne Momente (plus das allgemeine Halloweenthema) stimmen mich aber milde. 

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