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Es gibt Tage da würde man sich am liebsten unter einem Stein verkriechen, weil einfach alles schiefgeht. Schon seit neun Jahren schuftet Allan Campbell (Cole Hauser) in einer Firma und wird bei der Beförderung übergangen. Außerdem schuldet er einem Gangster Geld und erwischt seine Frau Sydney (Ginny Weirick) mit seinem besten Kumpel im Bett. Bei ein paar Drinks versucht er seinen Frust zu bewältigen, wo er auf den mysteriösen Jonas Arbor (Cuba Gooding Jr.) trifft, der sich als Profikiller zu erkennen gibt. Aus Jux fertigt Allan eine Todesliste an. Doch am nächsten Tag erfährt er vom Tod seines Vorgesetzten, welcher ganz oben auf der Liste stand. Jonas macht ernst und arbeitet sich schnell bis zum letzten Namen auf der Liste vor und das ist Sydney.
Nach "Sinners and Saints" hätte man sich doch ein wenig mehr von William Kaufmanns nächstem Projekt erhofft. Die Inszenierung ist makellos, denn Kaufmann weiß "The Hit List" teurer auszusehen lassen, als er im Endeffekt war. Leider wirkt die Geschichte wie ein mäßiger Abklatsch von "Collateral" und bringt zudem einige Ungereihmtheiten mit sich.

Dabei kann man sich besonders mit Allan sehr gut identifizieren, einem gutmütigen Menschen, der sich leider nie traut seinen Mitmenschen Parolie zu bieten. Ein Verlierertyp, der von Jonas gezwungen wird endlich mal Rückrad zu zeigen. Dennoch ein sehr simpler Grund für Jonas ohne Bezahlung diese (Spass)Liste abzuarbeiten. Auch fragt man sich, wie Jonas innerhalb von Stunden seine Opfer und deren Gewohnheiten ausmacht, ohne sie zu kennen. Natürlich hat unser Profikiller auch einen Hintergrund, er arbeitet für die Regierung und ist durch seine frühere Tätigkeit mit angeblich ungefährlichem Uran schwer krank. Nun ist es Zeit den Vorgesetzten die Rechnung zu präsentieren und einfach den letzten Auftrag nicht zu erfüllen.
Leider beginnt Kaufmanns dritte Regiearbeit zu gemächlich, besonders viel Zeit lässt er sich für das Kennenlernen zwischen Allan und Jonas in der Bar. Einige gute Dialoge hat der Film auch wirklich zu bieten, dennoch hätte das erste Drittel mehr Tempo nötig. Doch nebenbei hat sich Kaufmann auch noch um Detective Neil McKay (Jonathan LaPaglia) zu kümmern, der sich neben Allan und Jonas fast zur Hauptfigur mausert.

Dennoch ist es unglaubwürdig, wie schnell er Allans Erzählungen vertraut, denn zuerst deuten alle Indizien auf Allan als Mörder. Doch Jonas gibt sich auch zu früh als Killer zu erkennen und schreckt auch vor Polizistenmord nicht zurück. Einen richtigen Actionfilm sollte man trotzdem nicht erwarten, denn außer einem kurzen Shootout, einer Verfolgungsjagd mit ein wenig Blechschaden und dem Finale im Polizeirevier hat "The Hit List" kaum etwas zu bieten. Kaufman macht aus seinen gegebenen Möglichkeiten das Beste, doch seine Inszenierung in "Sinners and Saints" war deutlich besser. So würzt er er die Szenen mit zahlreichen blutigen Einschüssen, doch die Ernüchterung folgt im Finale, denn das letzte Zusammentreffen zwischen Jonas und Allan fällt doch sehr mäßig aus.
Dabei hinterlässt besonders Cuba Gooding Jr. (Wrong Turn at Tahoe, Hardwired) als kompromissloser Profikiller einen guten Eindruck, auch Cole Hauser (Tortured, The Stone Angel) gelingt eine ordentliche Verkörperung eines gebeutelten Verlierertyps. Jonathan LaPaglia (A Beautiful Life, Greif) als McKay macht seine Sache ebenfalls gut, somit gibt es auf Ebene der Darsteller nichts zu bemängeln.

Es sind eigene Ansätze vorhanden, dennoch ist und bleibt "The Hit List" mehr eine B-Kopie von "Collateral". Trotz eines lahmen ersten Drittels allemal unterhaltsam, die wenigen Actionszenen sind ganz passabel und die Darsteller machen ihre Sache gut. Aber das tröstet eben nicht über einige Löcher in der Geschichte und deren Vorhersehbarkeit hinweg.

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