Ein straff inszeniertes Bergsteigerdrama kann durchaus etwas her machen, doch wer die Schwerpunktgewichtung von SyFy kennt, muss zusätzlich mit mindestens einem Monster rechnen. Dumm nur, dass dieses kaum Präsenz erhält, während einzelne Aktionen im Schneesturm oft nur leidlich Suspense erzeugen.
Milliardär Barton engagiert den einst erfolgreichsten Bergsteiger Ward für eine Rettungsexpedition in Butan: Der eigentlich verbotene und unbestiegene Gangkhar Puensum wurde bereits bis zu einem bestimmten Punkt erklommen, als die Verbindung abbrach. Ein letzter aufgezeichneter Funkspruch durch Wards Ex Kate deutet auf die Existenz einer unentdeckten Kreatur hin…
Tatsächlich ist der Gangkhar Puensum in Butan (teils verläuft er auch in China) noch nie komplett bis zum Gipfel bestiegen worden, zumal das Betreten der Zone oberhalb von 6000 Metern verboten ist, da der Volksglaube an dieser Stelle eine höhere Macht für existenziell hält. Also ein willkommener Aufhänger für den erfahrenen Regisseur Sheldon Wilson, daraus ein mitreißendes Bergabenteuer zu kreieren, doch dieses scheitert an dem überwiegend wahllos zusammengeschusterten Drehbuch.
Zwar werten parallel ablaufende Handlungsstränge das muntere Treiben merklich auf und sorgen für brauchbare Abwechslung, doch einzelne Szenerien wirken oftmals konzeptlos aneinandergereiht. So fliegt ein erfahrener Pilot deutlich zu hoch und überlebt kurzfristig eine unrealistische Bruchlandung, Funkgeräte funktionieren über heftige Distanzen ohne Störungen und zwischendurch mischt eine Art Riesenschlange mit, welche nach Belieben jungen Nachwuchs herauspressen kann, welcher überdimensionalen Blutegeln nicht unähnlich ist.
Das Klischee des ehemaligen Paares in prekärer Situation kommt selbstverständlich genauso zum Einsatz wie das Erscheinen des Militärs, der suspekte Milliardär offenbart irgendwann seine wahren Hintergedanken, während ab und an die Gruppe dezimiert wird, weil entweder jemand abstürzt oder vom Monster geschnappt wird.
Woher dieses stammt, wird mit keiner Silbe erwähnt und auch wo es all die Jahre verweilte, lässt sich schließlich nur erahnen. Zu sehen ist das Vieh nur allzu selten, eher kommt sein glitschiger Nachwuchs zum Einsatz, welcher im letzten Drittel für etwas Ekel sorgt, während das Blutvergießen ansonsten einer FSK16 angemessen ist. Die CGI sehen für SyFy Verhältnisse leicht überdurchschnittlich aus, darunter einige Explosionen, der besagte Absturz des Helicopters und das kurze Einbinden einer exotischen Mystery Kulisse.
Darstellerisch wird auf einige bekannte und verlässliche Gesichter im B-Bereich gesetzt und auch die stürmisch raue Kulisse punktet aufgrund einiger wirkungsvoller Perspektiven, etwa, als ein erneuter Sturm aufzieht, jemand kurzfristig den Halt beim Erklimmen verliert oder eine Höhle erkundet wird. Der Score hätte indes etwas unterstützender eingesetzt werden können, da er zu sehr im Hintergrund mäandert und nicht weiter auffällt.
Problematisch bleibt bei alledem das dünne Drehbuch ohne Hand und Fuß, welches im Endeffekt mit zahlreichen Logiklöchern und Unwahrscheinlichkeiten daherkommt.
Hinzu gesellen sich unzulängliche Erklärungsversuche bezüglich der Kreatur und den schwachsinnigen Bemühungen des Milliardärs und auch während des Showdowns kommt es zu einigen hirnrissigen Aktionen, die weitab jeglicher Rationalität spielen.
Also bleibt „Killer Mountain“ wie so häufig ein unausgegorenes Werk von SyFy mit zahlreichen Schwächen, aber auch einigen Stärken, welche primär im Bereich der anspruchslosen Unterhaltung zu finden sind. Fans von eisigen Bergsteigerfilmen könnten einen vorsichtigen Blick riskieren, Monsterfreunde sollten den Streifen allerdings meiden, da etwaige Kreaturen zwischenzeitlich zur Randerscheinung verkommen.
Knapp
5 von 10