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Musikfreunden der Schwarzen Szene ist die Banshee durchaus ein Begriff, denn es gab die Sampler Call/Night of the Banshee und natürlich die Band „Siouxsie and the Banshees“. Freunde düsterer irischer Mythologie dürften hingegen Bilder einer geisterhaften Frauengestalt im Kopf haben, die durch ihren markerschütternden Schrei einen bevorstehenden Tod ankündigt.
SyFy ist zwar nicht gerade ein Aushängeschild für qualitätsorientierte Horrorfilme, doch in diesem Fall ist das Ergebnis recht passabel ausgefallen.

Frau Professor Isla Whelan ist mit einigen Studenten damit beschäftigt, archäologische Besonderheiten zu kategorisieren, als ein Paket mit einer merkwürdigen Metallbox eintrifft.
Mithilfe des antiken Handschuhs eines Tempelritters lässt sich die Box öffnen, woraufhin der Kopf einer menschenähnlichen Kreatur zum Vorschein kommt. Doch kurz darauf stößt jener einen gellend hohen Schrei aus und die Banshee tritt ihren todbringenden Feldzug an…

Die Geschichte steigt 1188 in Irland ein, als drei Tempelritter die Banshee überwältigen und ein spezieller Wurfstern auf sie geschleudert, der Kopf abgetrennt und in jene Metallkiste befördert wird, welche unsere Studenten in der Jetztzeit vorfinden.
Die Protagonisten werden rasch und ohne große Umschweife eingeführt, auch wenn ein Konflikt zwischen Frau Professor und der aufmüpfigen Tochter Shayla im Raum steht, der später auf die übliche Tour geklärt wird.
Ansonsten finden sich die gängigen Stereotype, einschließlich des durchgeknallten Forschers Duncan, der in Form von Lance Henriksen zumindest ein wenig Ausstrahlung erhält.

Regisseur Steven C. Miller bemüht sich redlich, für ein konstant hohes Tempo zu sorgen und bietet sogar einige brauchbare Schockmomente, da die Banshee mehr vorgaukelt, als tödlich einzugreifen. Ob schlagende Fensterläden, eine huschende Gestalt mit rotem Umhang, schrille Geräusche, blutende Ohren oder ein Sekundenschlaf bei einer Autofahrt, - das Timing geht voll in Ordnung, das Handwerk sitzt, auch wenn die ganz großen Überraschungsmomente weitgehend außen vor bleiben.
Auch das Make-up und die sonstige Ausstattung sind kaum zu beanstanden, besonders der abgetrennte Kopf ist durchaus ansehnlich modelliert, während das Anwesen von Duncan (auf dem der Showdown stattfindet) einige interessante Accessoires aufweisen kann, welche hauptsächlich aus unzähligen Büsten und künstlichen Körperteilen bestehen.

Im Kern bietet die Geschichte natürlich hanebüchenes Zeug, denn die Banshee ist eigentlich weniger als blutrünstiger Dämon bekannt, wie sie hier dargestellt wird, zumal nicht einleuchtet, warum eher Unbeteiligte involviert sind und teilweise auch ihr Leben lassen müssen, was eher unspektakulär in Szene gesetzt ist und mal abgesehen von abgetrennten Fingern und herunter gezogener Gesichtshaut auch kaum blutige Effekte beinhaltet.
Entsprechend absehbar läuft der Showdown ab, unerwartete Wendungen bleiben aus und ein Happy End scheint (beinahe) unausweichlich.

Sofern man bereit ist, seine Erwartungshaltung aufgrund diverser Erfahrungen mit SyFy-Produktionen zurückzuschrauben, erwartet den geneigtem Betrachter ein grundsolider, wenn auch nicht sonderlich innovativer Streifen mit flottem Tempo, netten Effekten und solider Ausstattung, welche bis auf eine Szene gänzlich ohne CGI auskommt.
Ferner gibt es darstellerisch nichts auszusetzen und auch der Score geht, obgleich unauffällig, größtenteils in Ordnung.
Ein kurzweiliger, anspruchsloser Dämonen-Kreischer für zwischendurch,
6 von 10

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