Review
von Leimbacher-Mario
High On Emotion
Während plötzlich eine „zweite Erde“ am Nachthimmel auftaucht, rammt eine junge Studentin mit ihrem Auto den Wagen einer kleinen Familie. Nur der Vater/Ehemann überlebt und nach ihrer vierjährigen Haftstrafe versucht die junge Frau bei/mit ihm ihre Schuld und Trauer zu bewältigen, ist dabei aber nicht ganz ehrlich...
„Another Earth“ konzentriert sich ganz auf seine menschlichen und gefühlvollen Themen. Schuld. Vergebung. Hoffnung. Trauer. Angst. Ungewissheit. Und diese sind wesentlich größer als eine plötzlich auftauchende zweite Erde, die die Menschheit ebenfalls in Staunen und Skepsis versetzt. Und das hebt ihn (nicht nur für „The OA“-Fans!) erfreulich von der breiten Masse an Sci-Fi-Schlummersongs ab. „Another Earth“ ist bodenständig und nachvollziehbar, rätselhaft und human, tieftraurig und doch nicht ohne Hoffnungsschimmer. Etwas artsy, aber nie fartsy. Außerdem kurz, auf den Punkt, hintenraus mit einer Menge Spielraum für Theorien, Diskussionen und Gedanken. Ehrliche Science Fiction, fast etwas lyrisch und definitiv zeitlos. Genau so mag/will man das (öfters)! Mit Wumms und Spektakel - allerdings nur das wo es zählt, bleibt, wirklich wirkt: im Herzen und der Seele.
Fazit: ein sehr menschlicher, emotionaler Slowburner von Sci-Fi-Perle. Genuss- und Metapherkino voller Trauer, aber auch Hoffnung. Nicht für jedermann. Geduld und Herz mitbringen.