Review

Take Shelter(2011)

Attention! Spoiler Inside!

Prolog

Mai. Die Sonne scheint, der Golf von Mexico verströmt sein warmes Wasser gen Norden und kalte Tief's strömen ihre Winde gegen das warme Tropenhoch...ein Sturm zieht auf...

Film

Curtis(Michael Sahnnon) ist ein liebevoller Vater. Zusammen mit seiner Frau Smantha(Jessica Chastain) und seiner tauben Tochter Hannah(Tove Stewart) lebt er bescheiden, aber glücklich auf dem Lande. Das Geld ist meistens knapp, die Kurse für seine Tochter nicht billig und auf der großen Baustelle von Cutis' Firma lief es auch schon mal besser. Da plagen ihn plötzlich Visionen und schreckliche Träume. Dreht Curtis langsam durch, bei seiner Mutter wurde vor Jahren Schizophrenie diagnostiziert, oder steckt hinter dem drohenden Unheil vielleicht doch mehr...

Regisseur und Autor Jeff Nichols schafft es mit seinem schmalen Budget sehr gekonnt, den Zuschauer über die gesamte Laufzeit ein wirkliches Unbehagen zu bereiten. Die Kamera, immer dicht an Michael Sahnnon, bannt wirklich unheimliche Bilderfluten auf den Schirm. Auch der gekonnte Einsatz von Surroundeffekten reißt den Zuschauer immer wieder aus dem elegischen Alptraum. Visonen? Wirklichkeit? Die Antwort bleibt bis zum Schluss im dunkeln.

Darstellerisch kann sich das Drama wirklich sehen lassen. Michael Shannon fährt zu absoluter Hochform auf und lässt uns an sehr minimalen Gesten und auch den eine oder anderen Ausbruch seiner Figur teilhaben. Auch seine Filmfrau Jessica Chastain beweist hiermit endgültig, dass man mit ihr in den kommenden Jahren rechnen muss.

Was letztendlich stört, und den Film dadurch zu einer herben Enttäuschung werden lässt, ist die Substanz und der Salto am Ende. Was Curtis Figur hier durchmacht lässt sich nicht so einfach mit diesem hier gezeigten Finale wegbügeln. Selbst bei einer zweiten Sichtung und langem grübeln, dürfte der Kenner von derartigen Filmen nur all zu gut Wissen wie der Hase läuft. In jedem Szenario wäre das genaue Gegenteil dieses sehr zerfahrenen Finales das bessere, weil passendere. Man kann sich, aufgrund der sehr guten Regie durchaus vorstellen, wie eine gelungene Endsequenz wohl ausgesehen hätte. Was Nichols hier abliefert ist so nicht brauchbar. Wiederschauwert? Gering.

Epilog

Was bleibt ist ein hervorragend inszeniertes Mystery Drama, mit grandiosem Cast und einigen wirklich rührenden Momenten. Der Kern der Geschichte zieht sich allerdings hier und da sehr und die Auflösung des ganzen, kann als höchst unbefriedigend gewertet werden. Apropos auflösen. Den bewohnern dieser unberechenbaren Ecke der Welt ist es sicher recht, wenn sich ein drohendes, alles vernichtendes Unwetter abwendet oder wieder auflöst. Dem Zuschauer ausgeklügelter Psychothriller nützt es aber überhaupt nichts, wenn sich ein Sturm vor dem Höhepunkt einfach im Nichts versiebt. Im doppelten Sinne sehr schade.

5/10

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