Ein Obdachloser ohne Namen (Rutger Hauer) steigt in Hope Town aus dem Waggon eines Güterzuges. Doch anstatt hier (inklusive eines neuen Rasenmähers) ein neues Leben anfangen zu können, findet er sich in einem vom Gangsterboss Drake ausgehenden Sog der Gewalt wieder. Mithilfe einer Pumpgun setzt er sich zur Wehr und beginnt mit dem "aufräumen".
Schon der Vorspann erinnert an das Grindhouse-Kino der 70er Jahre. Um authentisch zu wirken, ist das Werk von Jason Eisener dann aber doch zu sehr auf Hochglanz poliert. Somit hat man es beim Hobo mit einem professionell inszenierten B-Actioner zu tun, der sich nicht mit Ballast wie erklärenden Rückblenden aufhält, sondern einfach geradeaus durch das von Gewalt verseuchte Hope Town marschiert. Und das in recht graphischer Art und Weise.
Für zartbesaitete Zuschauer ist das hier nichts. Sicherlich hat da jeder andere Grenzen, aber bei einigen Szenen kann man schon mal vor Schmerz zusammenzucken. Die Gewaltdarstellung ist durchgehend graphischer Natur, die Atmosphäre stets bedrohlich. Doch trotzdem wird alles von Zeit zu Zeit durch einen bösen Witz oder durch Absurditäten (Tentakeln?!?) aufgelockert. Allerdings ist das Gezeigte weit entfernt von einer Komödie, Eiseners Film ist eine raue, dreckige und mitunter splatterige Angelegenheit.
Rutger Hauer ist eine ideale Besetzung für den Penner mit 'ner Flinte. Und er gibt die Rolle mit Überzeugung und mit dem nötigen Quäntchen Tragik. Molly Dunsworth als teils begleitende Prostituierte gibt einen guten Ergänzungspart, während Brian Doqney als Drake inklusive seiner beiden Söhne mit gewolltem Overacting ein schön durchgeknalltes Schurkentrio abgeben. Die Kameraarbeit ist ausgesprochen gut gelungen und der Soundtrack und seine Songs werden passend, manchmal auch bösartig, eingesetzt.
Trotz aller Begeisterung fehlt es vielleicht ein bisschen an der emotionalen Bindung zu den Charakteren und dem Geschehen, doch letztlich präsentiert uns Hobo kompromisslosen Schund im positivsten Sinne.