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Diese fundamentalistischen Prediger, die mit ihrer immensen Beeinflussungstechnik als Geschichtenerzähler ganze Säle mit hörigen Jüngern füllen, - ach wie schön hätte man daraus eine bissige Satire basteln können. Stattdessen serviert uns Regisseur George Ratliff eine schwarze Komödie mit allerlei Verstrickungen, die auf Dauer reichlich brav daherkommen.

Pastor Dan Day (Pierce Brosnan) begeistert die Gemeinde mit seinen charismatischen Auftritten. Doch eines Abends ballert er dem Atheisten Paul (Ed Harris) im Beisein seines Schäfchens Carl (Greg Kinnear) während des Herumspielens mit einer Waffe eine Kugel in den Kopf. Dan will den Unfall wie einen Suizid aussehen lassen, während Carl als unliebsamer Zeuge aus dem Weg geräumt werden soll…

Das Konstrukt erinnert entfernt an „Immer Ärger mit Harry“ mit recht vielen Figuren, einer Menge Eigeninteressen und einigen kuriosen Momenten. Allerdings werden dabei zu viele Nebenhandlungsstränge aufgegriffen, welche nach kurzer Zeit im Sande verlaufen oder nur oberflächlich gestreift werden. So gibt es eine Sicherheitsbeamtin (Marisa Tomei), die Carl noch aus den drogenfreundlichen Grateful Dead Zeiten kennt, einen ehemaligen Soldaten auf Zack, einen mexikanischen Baulöwen und Erpresser, sowie Carls Frau (Jennifer Connelly).
Alle mischen irgendwie mit, doch kaum jemandem wird eine treffsichere Pointe zugeschustert, oftmals gibt es nur zusammenhanglose Sequenzen ohne Quintessenz, manche davon können ein wenig erheitern, andere wirken demgegenüber eher als Störfaktor.

Daraus resultiert rasch ein Mangel an Suspense, obgleich die Erzählung nicht zum reinen Langweiler mutiert, was hauptsächlich dem gut aufgelegten Cast, allen voran Pierce Brosnan und Greg Kinnear geschuldet ist. Brosnan mimt den fundamentalistischen Redner mit einigen herrlichen Übertreibungen, während Kinnear immer dann seine Momente hat, wenn er sich eher per Zufall aus einer weiteren prekären Lage befreien kann, um kurz darauf ins nächste Unglück zu stürzen.
Leider bleibt bei alledem die Kritik an fundamentalistischen Heuchlern recht mau, wobei einigen Klischees die Überspitzungen und den meisten Dialogen die boshaften Spitzen fehlen.

Am Ende sind schon ein paar Schmunzler zu verzeichnen und die Stimmung ist auch latent heiter, doch insgesamt bleibt die Komödie zu harmlos, verliert ab und an den roten Faden und wirkt im Gesamtbild zu bieder und altbacken, um als reine Kirchensatire mit Pep durchzugehen.
Ein typischer Fall für einen verregneten Sonntagnachmittag bei Kaffee und Kuchen.
5,5 von 10

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