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Zu Unrecht ist THE SON OF NO ONE nicht wirklich bekannt und nur mittelmäßig bewertet. Dabei ist die tragische Geschichte des jungen Jonathan (Channing Tatum) den als erwachsenen Cop seine dunkle Vergangenheit einzuholen scheint recht anspruchsvoll und wird gut vorgetragen. Der Film beginnt wie ein Sozialdrama um dann Stück für Stück Thrillerelemente einzubauen und diese Vermengung von 2 Genre wirkt gut gelöst und stimmig.

Die großen Namen wie Al Pacino und Juliette Binoche haben nicht gerade eine lange screentime, aber können mich durchaus überzeugen, da ihre Rolle sehr wichtig und entscheidend für die Story sind. Regie führte Dito Montiel, der noch nicht großartig in Erscheinung getreten ist, außer mit Filmen wie KIDS und FIGHTING, aber dennoch sein Handwerk beherrscht und in THE SON OF NO ONE mehr auf charakterliche Tiefe und langsamen Storyaufbau statt auf Action gesetzt hat.

Er arbeitet mit einer sehr unaufgeregten Kameraführung, schönen Totalen, Zooms auf die Gesichter und viel geplanter und kurzzeitiger Bild-Ton-Asynchronität bei den Schnitten. Sehr gut gelingt ihm der verschlungene Aufbau der zwei Zeitebenen zur Erzählung der Geschichte des kleinen Jonathan und ihm dann als erwachsenen Cop. In all seinen Filmen hat er mit Channing Tatum gearbeitet. Im vorliegenden Film macht dieser seine Sache nicht schlecht, aber er könnte sich mehr um eine ausdrucksstärkere und variantenreichere Mimik bemühen.

Denn im Grunde hat er den ganzen Film lang den gleichen Gesichtsausdruck. Das Erzähltempo des Films und die langen Dialoge zehren schon manchmal an der Geduld des Zuschauers und zum Showdown hin nimmt das Tempo dann auch gut zu. Trotzdem bringen die starke Geschichte, die entsprechenden Wendungen, gute Darsteller und eine nicht mit üblichem US-Pathos und Klischee verfilmte Geschichte THE SON OF NO ONE deutlich über das Mittelfeld ähnlicher Filme hinaus.

6/10 Punkten

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