Review

Es beginnt wie "Hostel" auf Found Footage, doch es endet in schlecht erkennbaren Terrorsequenzen, die ohne jegliche Pointe enden, - halbwegs erfahrene Filmemacher sollten nach einiger Erfahrung hinter der Kamera eigentlich wissen, dass man mit solchen Kinkerlitzchen allenfalls unerfahrenen Grünschnäbeln Angst einjagen kann.

Vier Freunde wollen den 21. Geburtstag ihres Kumpels Graham auf besondere Art feiern: Ein luxuriöser Trip nach Las Vegas mit Wein, Weib und Wollust. Dort angekommen entdecken sie die Visitenkarte des Etablissements "Paradise" und suchen dieses auf, ohne zu ahnen, dass es sich hierbei um einen getarnten Platz für illegale Organentnahme handelt...

Die erste halbe Stunde ist bereits schwer zu überstehen, denn abgesehen von einigen grottigen Synchronstimmen und ihren grammatikalischen Schnitzern ("fünfwochig", anstatt fünfwöchig"), ist keiner der Freunde sympathisch, allenfalls die später dazu stoßende Capri erscheint halbwegs authentisch, indem sie nicht nur über Sex redet und ihren Alkoholkonsum zu kontrollieren scheint. Dazwischen tummeln sich Idioten, die man aufgrund einiger Ekeleinlagen und armseligen Sprücheklopfens schon nach zwanzig Minuten leid ist, woraufhin das Skalpell des Arztes möglichst bald eingesetzt werden möge.

Zwar kündigen blitzschnelle Inserts im Vorfeld vom nahenden Unheil, doch im Endeffekt ist hiervon zu keiner Zeit etwas Explizites auszumachen. Mit der Ankunft im abgelegenen Bordell variieren zwar die Kameraperspektiven, da neben diversen Handkameras auch Überwachungsgeräte schwaches Material in Schwarzweiß liefern, doch ein medizinischer Eingriff ist nicht einmal zu erhaschen, zumal lediglich schmerzverzerrte Gesichter oder Schnitte im Magenbereich von einer Organentnahme zeugen. Als Bösewicht dient neben den 08/15-Nutten lediglich ein Durchschnittsarzt, welcher wenig Bösartigkeit ausstrahlt, auch wenn er im letzten Drittel zu einer kleinen, jedoch seelenruhig aufgezogenen Verfolgung ansetzt.

Im Endeffekt ist der Streifen für die Katz, denn der Vorlauf benötigt viel zu lange, um danach lediglich Terror in angedeuteter Form zu präsentieren, wobei die Qualität der Überwachungskameras fast ausschließlich schwer erkennbare Bilder liefert und die Kamerapositionen im letzten Drittel zu sehr variieren, um das alles noch als Found Footage durchgehen zu lassen.

Gute Ansätze finden sich zwar aufgrund der zurückhaltenden Sounduntermalung und den einigermaßen passabel agierenden Mimen, aber das nützt am Ende wenig, wenn der Stoff zu keiner Zeit spannend oder gar mitreißend daherkommt und man das Werk mit einem gleichgültigen "Na und?" quittiert.
Rein optisch noch an der Grenze, in Sachen Terror jedoch völlig inakzeptabel.
3 von 10

Details
Ähnliche Filme