Review

ENDLICH mal ein Martial-Arts-Film, der Martial-Arts mit hochwertigem Charakterdrama verbindet (das Wrestling aus "The Wrestler" mal nicht zu MA zählend - wobei der Vergleich zu diesem Film noch öfters gezogen werden kann..)
Die 1. Hälfte behandelt vor allem Zwischenmenschliches - ein reuiger Säufer-Vater, zwei von ihm entfremdete Söhne, mit unterschiedlicher Biografie, aber beide mit Kämpferblut, die sich auch untereinander fremd sind, und alle zusammen reichlich eingedeckt mit Problemen und inneren Dämonen ...
Erzählt wird das in vergleichbar grobkörnigem Handkamera-Look wie bei "The Wrestler", was den Anspruch des Films visuell unterstreicht. Zwei ordentliche Hauptdarsteller sowie der oscarnominierte Nick Nolte, der heute wie Mickey Rourke seinen fortgeschrittenen (physischen) Zerfall gekonnt und sich auszahlend in "Alters-Charisma" umwandelt, tragen das ihrige bei. In einer Nebenrolle ist erfreulicherweise Jennifer Morrison ("Zoe" aus "How I Met Your Mother") mit ihrem pikant-durchtriebenen Püppchen-Gesicht (!) zu sehen ...
Die 2. Hälfte ist dann ganz dem Kampfsport gewidmet, und zwar dem derzeit populären Mixed-Martial-Arts, das eigentlich nicht viel mehr als wilde Kloppereien in Käfigen (!) bietet. Der spektakuläre (Van Damme-)Kick darf hier nicht erwartet werden, dafür ist das Gezeigte, wie man hört, für MMA durchaus realistisch (wozu einige reale MMA-Kämpfer im Cast beitragen). Zudem erlaubt das auch den Nicht-Martial-Arts-Hauptdarstellern überzeugend zu wirken (wobei ja der Kampfstil von Tom Hardy's Figur sehr, ähm, "ökonomisch" ist..) Dieser Teil des Films, der mit den trashigen B-Vertretern des Genres das Turnier-System sowie die Holzschnitt-Gegner gemeinsam hat, macht natürlich besonders Spass und lässt (fast) keine Wünsche übrig ...

Ein würdiger "The Wrestler"-Nachfolger - was aus meiner Feder ein Riesen-Kompliment ist!

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