Dr. Martin Harris reist gemeinsam mit seiner Frau Liz nach Berlin. Dort soll der Wissenschaftler auf einem Kongress sprechen. Doch es kommt alles anders als erwartet: Nachdem die beiden im Hotel ankommen, muss Martin feststellen, dass er seinen Aktenkoffer am Flughafen vergessen hat. Also schnappt er sich ein Taxi und fährt zurück. Doch bei dieser Fahrt kommt es zu einem schweren Unfall und nachdem er einige Tage später aus dem Koma aufwacht findet er eine veränderte Welt vor: Seine Frau kennt ihn nicht wieder und an ihrer Seite befindet sich ein Mann, der von sich behauptet Dr. Martin Harris zu sein.
Es ist schon ein blödes Gefühl nach vier Tagen aus dem Koma in einem völlig fremden Land aufzuwachen, teilweise unter Amnesie zu leiden und alles, was man glaubt zu kennen, einen verleugnet. So geht es Martin Harris, der statt auf dem Biotech Gipfel seine Präsentation zu zeigen, nun in den Straßen Berlins festhängt und nach seiner eigenen Identität suchen muß.
Regisseur Collet-Serra läßt dabei geschickt lange verschiedene Lösungen des Szenarios offen, warum ihn seine eigene Ehefrau nicht wiedererkennt und seine eigene vermeintliche Person durch einen anderen Martin Harris ersetzt wurde, der sich sogar durch offizielle Papiere und Fotos im Internet ausweisen kann. Die Frage nach Wahnsinn oder Verschwörung muß er selbst klären und bekommt dabei lediglich Unterstützung von einem ehemaligen Stasi Informanten und der Taxifahrerin, die ihn anfangs zu seinem Unfall und dem komatösen Bad in der Spree gebracht hat.
Die Ermittlungen führen aber noch zu weit mehr. Angeblich soll sogar ein Attentat auf einen humanistischen Scheich durchgeführt werden, dessen fortschrittliche Ansichten einigen wichtigen Leuten im Weg sind. Spätestens hier greift dann auch die genreübliche Twist and Turn Abteilung ins Geschehen ein. Hintergrund und Zielperson des Anschlags sind nur ein Ablenkungsmanöver, während zwei Killer das wahre Opfer ins Visier nehmen.
Sogar die Auflösung des ganzen ist dann relativ schlüssig und geht sogar zurück bis hin zu Relikten aus dem Kalten Krieg und einer Organisation namens Sektion 15. Ein wenig mehr an Action hätte dabei aber auch nicht geschadet. Liam Neeson hat erst kurz zuvor mit 96 Stunden bekräftigt, das er auch im fortgeschrittenen Alter den Actionstar glaubhaft geben kann. Aber auch so hat der Identitäts Thriller seine Reize, zumal er ja auch an Originalschauplätzen in Berlin gedreht wurde.
7/10