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10 Milliarden sind verdammt viele Dollar und Charlie Wright hat sie alle vertrauensvollen Anlegern aus der Tasche gelogen. Darunter sind auch zwei russische Gangster, die ihre Rücklagen verzockt haben. Nun haben sie großes Interesse an einem persönlichen Gespräch mit dem flüchtigen Finanzbetrüger und schicken ihm ein schwer bewaffnetes Einladungskomitee hinterher. Ebenso gut bewaffnet sind die Männer von Jorge Garza. Der Drogenkönig von Tijuana ist in schweren Geldnöten und hofft auf eine Milliardenspende von Charlie, der sich in Garzas Revier vor dem FBI verkrochen hat.

Es ist schon ein wenig verwirrend, wenn man sich die kurze la Linea Historie zu Gemüte führt. Eigentlich sind damit ja die geheimen Tunnel zwischen den Grenzen von Mexiko und den USA zwecks Drogenschmuggel gemeint, aber in der Fortsetzung spielen weder Tunnel noch weiße Pulver eine Rolle. Dafür darf mal wieder Tijuana den Ort der Handlung geben, bekannte Gesichter aus Teil eins sind ebenso mit dabei, nur dafür mit anderen Namen und unterschiedlichen Rollen. So ganz steige ich nicht durch, ob das jetzt eine Fortsetzung sein soll (dagegen spricht auch der Originaltitel), oder nicht.
Wie dem auch sei, gesucht wird die goldene Wollmilchsau Charlie Wright, der sich durch Betrügereien zwei Milliarden Dollar ergaunert hat und nun an der Grenze untergetaucht ist. Jedoch nicht, wie man erwarten sollte, um mit Scheinen um sich zu werfen, sondern aufgrund familiärer und auch gesundheitlicher Gründe, wie uns der Film Stück für Stück verrät. Um diesen bescheidenen Betrag wollen ihn nun die russische Mafia, das örtliche Drogenkartell und nicht zu vergessen, auch das FBI schickt einen Trupp vor Ort.
Das Ganze hört sich jetzt wie ein knackiger Actionthriller mit finalem mexican Stand Off an, ist aber eher in der Sparte des Dramas einzuordnen. In Sachen Action gibt es eigentlich nur die kurze Schießerei in der Stierkampfarena, ansonsten wird aber deutlich mehr Wert auf die Charaktere, deren Bewegründe und deren Schicksal gelegt. Das mag zwar auch seine Reize haben, entspricht aber nur bedingt dem, was man erwartet, wenn man La Linea 1 gesehen hat. Wenn man böse wäre, könnte man Linea 2 sogar als langweilig und geschwätzig bezeichen, was aber den sehr guten darstellerischen Leistungen nicht gerecht werden würde. Besonders Aidan Quinn und Andy Garcia tragen die Emotionen hervorragend auf die Leinwand.
Mir war das Ganze aber etwas zu ruhig. Das Cover verspricht auch deutlich mehr Tempo und Härte und mit der Erfahrung von Linea 1 erwartet man sich deutlich mehr Gewichtung in Sachen Thriller, so kam dann doch des Öfteren etwas Langeweile auf.
4/10

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